Dienstag, 20.11.2018

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Fürther Promis verraten, wann es richtig Weihnachten wird

Persönliche Traditionen, ohne die das Fest nicht dasselbe wäre - 24.12.2017 11:00 Uhr

Ohne Lied, kein Geschenk: Fürs Fürther Christkind Maria Vogel ist das Weihnachtsgefühl mit ganz bestimmten Liedzeilen verbunden. © Foto: Hans Winckler


Weihnachten - das ist auch ein unnachahmliches Gefühl, das für viele mit bestimmten Ritualen heraufbeschworen wird. Für manche gehört vor der Feier ein Spaziergang durch die stille Stadt dazu. Andere gönnen sich noch ein Bad mit einer extragroßen Portion Schaum, bevor der Familien-Trubel beginnt. Bei Volker Heißmann ist es zum Beispiel der Spaß an einem ganz speziellen Hör-Genuss, der das Fest einläutet.

"Jedes Jahr legt meine Schwester die Weihnachts-CD der jungen Tenöre auf. Das ist Kult bei uns und wir müssen immer sehr darüber lachen, denn die CD ist schon sehr alt und die jungen Tenöre vielleicht schon längst in Rente", verrät der Schauspieler und Komödiant, der am Heiligen Abend immer gemeinsam mit der Mutter, der Schwester und deren Familie feiert: "Wir gehen zusammen in die Kirche, danach wird gegessen, Fondue oder Raclette, anschließend gibt es die Bescherung."

Seit Jahren pflegt Martin Rassau einen festlichen Brauch: "Ich fahre nach Wirsberg ins schnuckelige Posthotel von Sternekoch Alexander Herrmann, mit der Familie bin ich seit fast zwei Jahrzehnten befreundet." Die Hausgäste dürfen sich auf eine weihnachtliche Lesung mit dem Schauspieler und Komödianten freuen: "Später übernehme ich den Dienst an der Bar, damit wirklich alle Mitarbeiter gemeinsam ihr Weihnachtsessen einnehmen können." Und dann? "Anschließend genieße ich das feine Menü", sagt Martin Rassau, der wie Volker Heißmann auch Geschäftsführer der Comödie Fürth ist. Worauf er sich besonders freut, ist die Gelegenheit, einfach "mal weg vom Stress zu kommen und abzuschalten".

Die Fürther Modedesignerin Simone Wenning, die vor ihrer Hochzeit Weghorn hieß, hat schon oft Weihnachten im tief verschneiten Tirol verbracht: "Meine Mutter ist Österreicherin, deshalb haben wir am Sonnenplateau Mieming gefeiert." Nach der späten Christmette, erzählt sie, gibt es dort stets um Mitternacht für alle heiße Maroni und Glühwein. Dieses Jahr steht für die Designerin, die im Herbst ihre Boutique für Brautmode, Kosmetik und Beauty in der Widderstraße eröffnet hat, ein feiner fränkischer Karpfen auf dem Tisch: "Wir werden nämlich bei meinen Schwiegereltern sein." Zu Tannenbaum und stilvoller Deko gesellt sich bei ihr übrigens noch ein besonderes Detail: "Mein Mann hat gerade für die Neffen seine Lehmann-Eisenbahn aufgebaut."

"Der Heilige Abend ist bei uns schon ganz unterschiedlich verlaufen", erinnern sich Peter Dabrock und Stefanie Schardien. "Mal unterwegs mit der Familie, mal zuhause, mit 'Notfall-Essen' oder Menü, in gemütlicher Zweisamkeit oder nun fröhlich-trubelig mit den Kindern." Für die beiden Theologen - Peter Dabrock lehrt an der Universität Erlangen-Nürnberg und ist Vorsitzender des Deutschen Ethikrats, Stefanie Schardien ist Pfarrerin in St. Michael und gehört zum Autorenteam der evangelischen Morgenfeiern im Bayerischen Rundfunk - gibt es aber einen Moment, der alle Heiligabende seit Jahren verbindet: "Für uns wird es Weihnachten, wenn das gemeinsame ,Oh, du fröhliche‘ stehend in der Kirche am Ende des Gottesdienstes gesungen wird."

Damir Buric, seit dem Herbst Trainer bei der SpVgg Greuther Fürth, vermutet: "Bei uns ist das ähnlich wie bei vielen in Deutschland. Die ganze Familie kommt zusammen." Auf den Tisch, sagt der Kroate, kommt am Tag vor dem Fest nur Fisch, kein Fleisch: "Wir haben dafür ein traditionelles Fischgericht." Weihnachten beginnt für ihn immer mit dem Mitternachtsbesuch in der Kirche: "Am Tag danach gibt es das große Essen und die Geschenke."

Und was sagt das Christkind? Die Frage geht in Fürth natürlich an Maria Vogel. Zwei Jahre lang war die 18-Jährige als himmlische Botschafterin in der Adventszeit fleißig. Fast 100 Besuche und Auftritte waren es diesmal. Im Moment ist Maria ein wenig wehmütig, weil diese schöne Aufgabe für sie nun endet. "Aber ich freue mich zum Beispiel auf das letzte Türchen in meinem Adventskalender, den haben meine Mutter und mein Bruder extra für mich gemacht." An jedem Tag fand Maria darin "ein Kompliment - oder die beiden haben etwas aufgeschrieben, was sie an mir schätzen."

Eine Tradition wahrt die Familie am Heiligen Abend: "Bei uns heißt es: Ohne Lied, kein Geschenk", sagt sie lachend. Gesungen werden nicht nur die Klassiker: "Wir lernen auch Neues auswendig." Doch eines muss immer erklingen: "Ich möchte jedes Jahr das russische Lied ,Im Walde steht ein Tannenbaum‘ singen", sagt Maria. Und dann ist es unweigerlich da - dieses unvergleichliche Weihnachtsgefühl. 

Sabine Rempe

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