Dienstag, 13.11.2018

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Fürther Schüler zeigen, wie man fair rauft

Klare Regeln für den fairen Umgang: Projekt zur Gewaltprävention an der Frauenschule - 26.10.2018 06:00 Uhr

Die Lust am Kräftemessen und der Bewegungsdrang sind bei Kindern ganz natürliche Phänomene. Ein spezielles Training soll verhindern, dass sie verletzend ausarten. © Foto: Leberzammer


"Wir raufen, aber wir raufen fair." Das ist die Basis, auf der Sascha Emrich und Heiko Wolf von EW-Sportsolutions mit den Buben der dritten und vierten Klasse arbeiten. Sozialpädagogin Helga Gerstacker hätte selbstverständlich auch die Mädchen gerne dabei gehabt. "Aus Zeit- und Kostengründen" habe man sich nun aber zunächst mit den Jungs befasst.

Für Lehrer Thomas Ferner sind die männlichen Grundschüler allerdings ohnehin jene Zielgruppe, die es zuerst anzusprechen gilt. "Die Jungs haben einen enormen Bewegungsdrang", weiß er, "aber sie brauchen klare Ansagen." Bei Wolf und Emrich bekommen sie die: "Kein Kratzen, kein Beißen, kein Quieken!"

Mit Übungen, die sich am Ringersport orientieren, haben sie die Gruppe schnell im Griff. Das Übungsrepertoire reicht von Zweikämpfen mit dem Ziel, den Kontrahenten auf die Matte zu legen, bis hin zu Gruppen, die sich gegenseitig einen Ball oder eine lebensgroße Lederpuppe abluchsen.

Helga Gerstacker vom Amt für Kinder, Jugendliche und Familien sieht im "Fairen Raufen" einen weiteren Aspekt der Gewaltprävention. Sich miteinander messen im Rangeln und Raufen, das entspreche ganz normalen Verhaltensmustern in diesem Alter. "Die Aneignung und Beachtung klarer Regeln in einem fairen Umgang, das sind die Ziele dieses Projekttags", so Gerstacker. Dabei kommen nicht nur die Schüler in den Genuss einer Extra-Sporteinheit, auch Lehrer und Betreuer erhalten in den nächsten Tagen Multiplikatorenschulungen. "Über die kommen dann später auch die Mädchen zum fairen Raufen", betont sie.

Finanziert wird die Initiative aus Geldern des "Anti-Gewalt-Koffers" des Fürther Bündnisses für Familien. Das Ganze soll später in "Raufpausen" münden, die unter Aufsicht einer Lehrkraft regelmäßig zwei Mal wöchentlich in der Schulturnhalle stattfinden. Thomas Ferner sieht das faire Raufen überaus positiv: "Die Jungs brauchen das Auspowern – am besten vor und nach dem Unterricht." 

ARMIN LEBERZAMMER

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