Dienstag, 11.12.2018

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Fürths Jungunternehmer haben sich gefunden

Die örtlichen Wirtschaftsjunioren wurden vor zehn Jahren gegründet und haben sich seitdem gemausert - 27.01.2011 11:00 Uhr

Eine markante Aktion der Wirtschaftsjunioren — hier Initiator Christian Nowak und Juwelier Christoph Kuhnle mit OB Thomas Jung und dem Fotografen Knut Pflaumer (von links) — war der Camera-obscura-Wettbewerb 2007. Mit 1000 verteilten Lochkameras sollten die Fürther ihre Stadt im Jubiläumsjahr ablichten. © Hans-Joachim Winckler


Es war eine schwere Geburt, erinnert sich Initiator Christian Nowak, der 1999 als Geschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) in Fürth angetreten war und für neue Impulse sorgen wollte. Vier Anläufe brauchte es, um die Gründung der Wirtschaftsjunioren, die es in Nürnberg bereits gab, über die Bühne zu bringen. Gerade einmal 14 Aktive fanden sich in einer Gaststätte im Geburtshaus von Ludwig Erhard zu diesem Zweck zusammen. Und noch nicht einmal die waren sich ganz einig: So stimmte etwa ein gewisser Volker Heißmann der Gründung zu, sein Kompagnon Martin Rassau nicht.

Schnee von gestern: Zehn Jahre danach ist der Fürther Ableger der weltweit agierenden Wirtschaftsjunioren der größte in der Region, wie die seit 2007 amtierende Vorsitzende Alexandra Beer-Scharwächter mit Stolz vermerkt. 110 Unternehmerinnen und Unternehmer aus Stadt und Landkreis , allesamt höchstens 40 Jahre alt, zählt die Organisation; die Palette der Mitstreiter reicht vom kleinen Einzelhändler bis hin zu Vertretern von Firmen mit Weltruf. „Wir haben Mitglieder aus allen bekannten Fürther Unternehmerfamilien“, sagt der stellvertretende Vorsitzende Michael Au.

Den Verdacht, es könnte sich lediglich um eine Art Plauderbude für aufstrebende Jungunternehmer, um eine sich gegenseitig stützende Seilschaft handeln, weist Beer-Scharwächter freilich energisch von sich. „Wir sind kein Schick-und-Schön-Verein. Es geht nicht darum, sich selbst zu feiern, und wir wollen auch nicht als abgehoben wahrgenommen werden“, betont die Chefin eines Autohauses.

Deshalb setzen die Wirtschaftsjunioren zwar durchaus auf die gegenseitige Unterstützung, aber eben auch gezielt auf das Thema Bildung und gehen deshalb in Schulen – ein Feld das sie in diesem Jahr noch mehr beackern möchten. Jugendliche sollen die Gelegenheit bekommen, die Führungskräfte schlicht zu fragen: „Wie werde ich eigentlich Unternehmer?“

Außerdem möchte man die Kooperation mit dem Fürther Bündnis für Familien intensivieren, das sich für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie einsetzt. Denn eine familienfreundliche Personalpolitik, weiß Beer-Scharwächter nur zu gut, hat heute höheren Stellenwert denn je.

Nicht zuletzt wollen sich die Wirtschaftsjunioren weiterhin in die Diskussion über aktuelle wirtschaftspolitische Themen einschalten. Laut und vernehmlich taten sie das als Befürworter des – später gescheiterten – Einkaufszentrums „Neue Mitte“. In den kommenden Monaten, wenn wieder intensiv über die Belebung der Einkaufslandschaft in der Innenstadt nachgedacht wird, sind die Wirtschaftsjunioren zweifellos erneut mit von der Partie.

Der Kontakt zu den Wirtschaftsjunioren ist über die IHK-Geschäftsstelle, Tel. 770775, möglich oder im Internet: www.wj-fuerth.de 

Wolfgang Händel

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