Samstag, 17.11.2018

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Fürths Stadtteile: Netzwerke für den Zusammenhalt

Im Westen, Süden, Osten und im Zentrum sollen Anlaufstellen für Bürger entstehen - 06.08.2018 06:00 Uhr

Fürth vernetzt sich, der Zusammenhalt wird stärker: Das ist das Ziel der neuen „Koordinierten Stadtteilnetzwerke“. © Foto: Claudia Wunder/Stadt Fürth


Die Idee entstand irgendwann zwischen 2016 und 2017, nachdem vielerorts Notquartiere für Flüchtlinge geschaffen worden waren und sich in Fürth beeindruckend viele Ehrenamtliche um sie kümmerten. In einer Zeit auch, als Populisten Zulauf bekamen und Deutschland mehr und mehr gespalten schien.

"Wie können wir dieses positive Engagement hinüberretten?", fragte sich Sozialreferentin Elisabeth Reichert, als die Zahl der ankommenden Asylbewerber zurückging. Und: Wie kann ganz Fürth davon profitieren?

Um in Fürth eine Spaltung der Gesellschaft zu verhindern, hatte Reichert früh betont, dass Asylbewerber nur eine Gruppe von vielen sind, um die sich die Stadt kümmern müsse. Dass es wichtig sei, auch alle anderen, die in schwierigen Lebenslagen stecken, nicht alleinzulassen. Im März 2017 stellte sie im Stadtrat ihre Idee der "Koordinierten Stadtteilnetzwerke" vor. Sie sollen künftig zu einem aktiven Leben im Stadtteil beitragen, nachbarschaftliche Hilfsbereitschaft stärken und dafür sorgen, dass jeder an Angeboten teilhaben kann.

Die Planungsphase ist nun abgeschlossen, die Stadt hat Hauptverantwortliche für die Netzwerke gefunden. Fürth wurde dafür in vier Bezirke unterteilt: den Westen (Hardhöhe, Scherbsgraben, Billinganlage), die Innenstadt, die Süd- und die Oststadt. Die Verantwortung für die Netzwerke haben Reichert und der städtische Integrationsmanager Richard Linz Einrichtungen übertragen, die seit längerem schon engagiert in den Vierteln sind und Erfahrungen damit haben, Menschen zusammenzubringen.

In der Innenstadt wird das Mehrgenerationenhaus Mütterzentrum (Gartenstraße 14) zusammen mit dem Sozialen Zentrum (Büro in der Hirschenstraße 37) Träger des Netzwerks sein, beide Einrichtungen dienen auch als Anlaufstellen. Im Fürther Westen übernimmt die Aufgabe die evangelische Kirchengemeinde Heilig-Geist und das Diakonische Werk. Hier werden Ulrike Hink und Miriam Greiner verantwortlich sein, die beim Projekt "GeH Hin" bisher etwa einen Nachbarschaftstreff und einen Mittagstisch bieten. Ihr Büro ist im Hochhaus der WBG in der Komotauerstraße 32 zu finden.

In der Südstadt wird der Caritasverband Träger sein (Kaiserstraße 109), der dort in den vergangenen Jahren unter dem Namen "In der Heimat wohnen" speziell die Belange von Senioren im Blick hatte. Für ihn und die anderen Einrichtungen geht es nun darum, sich weiterzuentwickeln und alle Generationen in den Fokus zu nehmen. Auch sollen die neuen Anlaufstellen mehr Beratung – vom Seniorenrat bis zum Freiwilligenzentrum – direkt in den Stadtteil bringen.

"Kein Stadtteilnetzwerk wird wie das andere sein", sagt Richard Linz. Jedes soll nachspüren, welche Angebote sein Bezirk braucht.

Noch etwas Geduld müssen die Bürger in der Oststadt haben: Hier wird der Verein Spiegelfabrik verantwortlich fürs Netzwerk sein. Er stemmt – wie berichtet – in der Lange Straße ein besonderes Wohnprojekt, in dem Menschen jeden Alters zusammenwohnen. Ursula Bierschenk vom Verein freut sich auf die Aufgabe – auch wenn freilich erst mal das Haus gebaut werden muss. Dort wird es ein Quartiesbüro geben. Die Stadt Fürth stellt für die hauptamtliche Arbeit jedem Netzwerk 30000 Euro jährlich zur Verfügung sowie ein Budget von 2000 Euro für Aktionen. Das Projekt ist auf fünf Jahre ausgelegt. 

Claudia Ziob

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