Weiler gewann in 40:22 Minuten im Spurt vor Hans Joachim Herrmann von der LG Erlangen und Christian Witt (TV Coburg). Erst danach kamen mit dem Bayerischen Marathonmeister Andreas Janker und Markus Koch die Favoriten ins Ziel. Der als Top-Favorit gehandelte Stefan Hohberger (LG Passau) enttäuschte, er wurde nur Neunter. Bei den Frauen setzte Sich Brigitte Rupp von der TSG Roth durch.
Die Top-Männer aus Nordbayern um den Marathon-Fachmann Janker machten das Rennen genau so, wie es Patrick Weiler braucht. Auf den ersten sieben Kilometern war eine aus zehn Läufern bestehende Spitzengruppe zusammen. Der Ex-Fußballer Weiler spielte in der Jugend beim 1.FC Nürnberg, er kann auf seinen Spurt vertrauen. Deswegen machte er auch nichts fürs Tempo. Die eigentliche Tempoverschärfung kam von Joachim Herrmann; der Deutsche Meister der M50 führte bis 100 Meter vor dem Ziel mit einem gutem Vorsprung. Gegen den urplötzlich heranstürmenden Weiler hatte er jedoch keine Chance.
„Ich wäre bei der Besetzung auch mit Platz vier oder fünf zufrieden gewesen“, äußerte Weiler, der sich von seinem Sieg überrascht zeigte. „Endlich auch mal bei starker Konkurrenz ganz vorne, dabei war das Training in dieser Woche noch ganz schön hart“, schob er hinterher.
Sein Trainingspartner Timo Gieck, ein Quereinsteiger, der zuvor Schwimmer war, zeigte als Sechster, dass auch mit ihm zu rechnen sein wird. Seinen ersten Lauf-Wettkampf machte der ehemalige Dritte der Junioren-WM im Langstreckenschwimmen 2010 beim Löwenlauf in Cadolzburg. Seit dieser Zeit trainiert er beim LAC Quelle Fürth, wohnt in Fürth und arbeitet in Nürnberg, startet aber weiterhin für seinen Heimatverein, den TV Coburg. Mit Christoph von Brunn war noch ein dritter Quereinsteiger aus Fürth im Forchheimer Stadtteil Kersbach gut mit dabei. Der bayerische Top-Fechter vom TV Fürth 1860 zeigte als 16., dass er auch bei den Läufern respektabel mithalten kann.
Mit der Nordbayerischen Meisterschaft wurde derweil am Sonntag der Meisterschaftsreigen der Leichtathleten eröffnet. In der LAC-Halle überzeugte vor allem der Nachwuchs mit guten Leistungen. Viele Athleten zeigten sich dabei im neuen Trikot. Einen tollen Einstand im Textil des LAC Quelle Fürth lieferte dabei Dimitri Antonov ab. Der 15-Jährige gewann den Weitsprung der U18 mit 6,82 Meter und die 60 Meter in 7,10 Sekunden. Dabei war er im Sprint exakt so schnell wie der Männersieger. Mit dem Deutschen U18-Meister im Dreisprung hat der LAC Quelle Fürth eine echte Verstärkung bekommen.
Sein zwei Jahre älterer Bruder Ivane stand ihm kaum nach; er gewann den Dreisprung der U20 mit 14,14Meter und sprang dabei weiter als der Männersieger.
Wie stark der LAC im Nachwuchsbereich schon bisher aufgestellt ist, zeigte sich im Weitsprung der U18. Hier setzte sich Tina Pröger mit 5,58 Meter vor Katharina Winkler (5,29m) und Mara Feser (5,15m) durch. Auf Rang vier dann LAC-Neuzugang Jessica Bernardo mit 4,95 Meter.
Dass der Umstieg von der Schülerklasse in die Jugend nicht ganz leicht ist, erlebte vor einem Jahr Tina Pröger, nun geht es Katharina Winkler nicht anders. Bei den Schülerinnen war die 15-Jährige am Ende der vergangenen Saison in Bayern hoch überlegen. Nun bekommt sie es mit der ein Jahr älteren Konkurrenz zu tun. Am Sonntag war dies vor allem ihre Teamkollegin Tina Pröger. Die setzte sich nicht nur im Weitsprung durch, sondern auch, etwas überraschend, im 60-m-Hürdensprint mit 8,97 gegenüber 9,05 Sekunden.
Im Sprintbereich ist Jessica Bernardo für den LAC eine echte Bereicherung. Die 60 Meter der U18 gewann die 15-Jährige mit 8,13 Sekunden, nachdem sie im Vorlauf schon 8,09 Sekunden vorgelegt hatte.
Auch im Laufbereich konnte der Fürther Nachwuchs überzeugen. Bei der U18 setzte sich Mittelstreckler Cagiri Uca über 400 Meter mit 53,28 Sekunden und großem Abstand durch. Bei der weiblichen Jugend machten Annika Kirchner und Marina Baumann den 400-m-Sieg unter sich aus — wobei sich Kirchner mit 60,82 Sekunden gegen die Langstrecklerin Baumann mit 61,92 Sekunden durchsetzen konnte.
Beim einzigen Mittelstreckenrennen der Frauen, den 800 Metern, gab es sogar einen LAC-Dreifach-Erfolg. Hier war es Jannika John, die sich mit 2:15,74 Minuten gegen Isabell Hergenröther (2:19,64) und Julia Hiller (2:20,15) durchsetzte.



