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Zahlreiche Gäste drängeln sich in der Scheune der Buchschwabacher Mühle. Und das ist gut so. Denn, hört man den Initiatoren des Lehrpfades, Horst Wildner aus Stein sowie Barbara und Martin Kreß von der Galerie Destillarta, die zur Mühle gehört, zu, dann wird schnell klar: „Fledermäuse brauchen Freunde“. So nennt sich auch der Lehrpfad, der als reine Privatinitiative entstand, unterstützt von Sponsoren.
Rund 10000 Euro, schätzt Horst Wildner, habe der Pfad mit den 50 Fledermauskästen und elf Schautafeln gekostet. Dafür trieb der rührige Rentner, dessen Leidenschaft die oftmals als Gruselwesen völlig verkannten Tiere seit einigen Jahrzehnten sind, Geldgeber auf und holte gemeinsam mit dem Ehepaar Kreß die Marktgemeinde Roßtal ins Boot.
Die Mitarbeiter des kommunalen Bauhofes packten beim Aufstellen der Informationsstände und dem Anbringen der Unterschlupfkästen für die Tiere mit an. Im Sommer, freut sich Bürgermeister Johann Völkl, werden die Kinder der Gemeinde den Lohn der Mühen „ernten“: Ein Ausflug zum Fledermauspfad passe bestens ins kommunale Ferienprogramm.
Dann werden die Mädchen und Jungen die Fledermäuse in der Dämmerung bei ihrer Insektenjagd beobachten und noch eindrucksvoller auch belauschen können. Möglich macht dies ein Detektor, der die normalerweise für das menschliche Ohr nicht wahrnehmbaren Laute der Tiere hörbar macht. An den Tafeln erfahren sie dann unter anderem wie das eigentlich funktioniert mit den Ultraschall-Lauten. Was noch fehlt am Pfad, ist eine Hörstation, die für Besucher die Rufe der Fledermäuse erlebbar macht. „Dafür suche ich einen Sponsor“, so Wildner.
Derzeit nützt aber auch der Detektor nichts, denn die Tiere halten Winterschlaf, der je nach Witterung bis Ende Februar andauern wird. In der Mühle, die bekanntlich auch eine Galerie ist, waren die Tiere daher nur als kleine feine Zeichnungen des Künstler Béla Faragó vertreten.
Doch auch wenn die Insektenfresser derzeit in tiefer Winterstarre sind, Horst Wildner weiß, sie sind da. Gesichtet hat er nahe der Buchschwabacher Mühle bereits den Großen Abendsegler, die Zwergfledermaus, das Braune Langohr oder die Mückenfledermaus. Wie viele von jeder Art dort leben, weiß er noch nicht. Erst in diesem Jahr will sich der Experte an die Zählung machen. Leider kann er vor Ort auch belegen, wie wichtig der Einsatz für die Tiere ist. Denn oft werden aus völliger Unwissenheit die lebensnotwendigen Quartiere der Fledermäuse zerstört.
Hohle Bäume, Bäume mit Spechthöhlen, stehendes Totholz mit abgeplatzter Rinde wird gefällt und damit fehlt wieder ein Rückzugsort für die kleinen Nachtsegler.
Fledermauskästen schaffen künstlichen Ersatz. Sie ähneln Nistkästen, haben aber kein Loch, sondern einen Schlitz als Einflugöffnung. Sie sind auch für Gärten geeignet, Beispiele dafür finden sich gleich zu Beginn des Lehrpfades.
Mehr Informationen über das Naturwunder des einzigen flugfähigen Säugetiers sollen künftig auch Kindern zugänglich gemacht werden. Dazu hat Horst Wildner einen zweiten mobilen Lehrpfad, den „ersten in Deutschland“, wie er betont, entworfen. Er kann in Schulen oder Jugendeinrichtungen schnell aufgebaut werden. Als Experte ist Wildner ein gern gesehener Gast in Schulklassen oder bei Naturschutzorganisationen, um seine Leidenschaft für die bedrohten Tiere weiterzugeben.
Zusammen mit den in der schönen Jahreszeit geplanten Führungen längs des Buchschwabacher Lehrpfades ist das allerdings ein bisschen viel für einen Rentner. Horst Wildner sucht daher Mitstreiter, die ihn bei einigen Terminen vertreten können.
Alle weiteren Informationen und Terminabsprachen bei Horst Wildner, Telefon (0911) 676919



