Montag, 24.09.2018

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Gesundheitslotsen: Hilfe im Pflegedschungel

Neue Zusatzqualifikation an der Löhe-Hochschule - Beratungsbedarf wächst - 14.09.2018 12:48 Uhr

In ihrem Berufsalltag können sie nun das erworbene Wissen weitergeben (v. li.): Elke Merling, Elena Judt, Anne Hoffmann, Sigrid Brackenhammer und Viktoria Reiter. © Foto: Ralf Rödel


Die ersten fünf Gesundheitslotsinnen können jetzt loslegen. "Pionierinnen" nennt sie Ingo Friedrich, der Präsident der WLH, weil sie die ersten sind, die den neuen Zertifikatsstudiengang der privaten Hochschule der Diakonie Neuendettelsau absolviert haben. Zwei Semester lang haben sie neben ihrem Job Zeit in diese Zusatzqualifikation gesteckt. Sie hoffen, künftig im Berufsalltag ihre Patienten besser beraten und unterstützen zu können.

Alle fünf sind im medizinischen Bereich tätig, als Krankenschwester, Gesundheits- und Krankenpflegerin, in der geronto-psychologischen Beratung oder der Diabetesberatung. In Fürth, Bad Windsheim, Schwabach, Erlangen und Hessen. Mit der Fortbildung erweitern sie zunächst vor allem ihr berufliches Profil. Sie haben darauf reagiert, dass ihnen häufig Fragen gestellt werden, die über ihr eigentliches Feld hinaus reichen, sagt Professor Dr. Jürgen Zerth von der WLH. An medizinischen Themen hängen oft auch soziale, etwa wenn eine Kurzzeitpflege zu organisieren ist.

Apotheken und Praxen

Weil das Gesundheitssystem immer komplexer wird, werde die Beratung immer wichtiger, sagen Zerth und Friedrich, gerade für ältere Menschen. Interessant sein könnte die Qualifikation zunächst besonders für die Stellen, die Patienten mit Fragen ohnehin ansteuern, beispielsweise Apotheken und Hausarztpraxen, meint Eva Göttlein, die in Fürth das Programm "Gesundheitsregion plus" leitet. Auch Sanitätshäuser oder Personalabteilungen großer Unternehmen, die sich mit betrieblichem Gesundheitsmanagement befassen, zählen zur Zielgruppe.

Die Vision der WLH und der Nürnberger Sanoris-Stiftung, die bei dem Angebot kooperieren, geht aber darüber hinaus: Irgendwann, so Zerth, wollen vielleicht ja auch Kommunen Anlaufstellen schaffen, die Bürger mit Gesundheitsinformationen versorgen und zu den richtigen Ansprechpartnern, Hilfen und Leistungen lotsen können.

Angeregt hatte den Studiengang die Sanoris-Stiftung. Udo Simon, Vorsitzender des Stiftungsrates, ist überzeugt, dass in der Versorgungskette Lücken klaffen, die Gesundheitslotsen mit ihrem Knowhow und ihrer Gesprächsführung schließen können. Simon zeichnete die fünf Absolventinnen nun im Rathaus mit dem "Grünen Band der Gesundheit" aus. Dieses verleiht die Stiftung an Menschen, die "durch ihren persönlichen Einsatz die Gesundheitskompetenz und -versorgung fördern". Die WLH will in Kontakt mit den Lotsinnen bleiben und auch aus ihren Erfahrungen lernen. 2019 soll zudem ein neuer Jahrgang starten. 

Claudia Ziob

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