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Gründungsmitglieder des AMC: seit 60 Jahren mobil

Zirndorfer Motorsportclub ehrt zwei seiner Jubilare - 23.12.2012 13:00 Uhr

Jubilare beim AMC Zirndorf: Gründungsmitglieder Ludwig Praml (sitzend) und Oleg Marquard mit einer 250er Triumph aus dem Jahre 1952. Die Maschine brachte Praml und seine Frau bis nach Sizilien. © Thomas Scherer


„Wir standen als junge Motorradfahrer auf dem Marktplatz von Zirndorf“, erinnert sich Ludwig Praml. „Da sahen wir plötzlich, wie ganz viele Leute in das Gasthaus zum ,Goldenen Löwen' gingen. Aus purer Neugier liefen wir hinterher und erfuhren, dass hier gerade ein ADAC-Club gegründet werden sollte — so wurde ich Gründungsmitglied und Motorrad-Referent.“ Das war vor 60 Jahren, am 5. August 1952: Die Geburtsstunde des AMC Zirndorf mit 45 Mitbegründern. Seitdem war Praml ununterbrochen im Vorstand tätig. Ebenfalls vom ersten Tag an dabei war Oleg Marquard, der gleichfalls noch heute im Verein aktiv ist.

„Damals mussten wir uns alles selber ausdenken, was wir machen wollen“, erinnert sich Praml an die Anfangszeit. „Denn es gab ja keine Vorbilder. Also wurden Suchfahrten organisiert und ein regelmäßiges Training auf dem Hainberg.“ Und schon bald gab es auch den ersten Erfolg: Bei einer Sternfahrt nach Würzburg gewannen die Zirndorfer, weil sie von allen teilnehmenden Clubs die höchste Prozentzahl von Mitgliedern ans Ziel brachten — nämlich 99 Prozent. „Damals waren lange Überlandtouren noch die Regel“, erinnert sich Praml. „Heute fährt man eher mehrere Runden im Kreis.“

Als Ehrenvorsitzender ist der 87-jährige Praml noch immer aktiv. Bereits zum 43. Mal machte er in diesem Jahr das Jugend-Fahrrad-Turnier mit Zirndorfer Schülern, bei dem diese nicht nur Preise gewinnen, sondern auch ihre Sicherheit im Umgang mit dem Rad verbessern können. „Etwa 7500 Schüler haben dieses sportliche Verkehrssicherheitstraining im Laufe der Jahre gemacht“, berichtet Praml erfreut. „Und dafür sogar in ihrer Freizeit außerhalb der Schule trainiert.“

„Hallo Auto“ nur mit Praml

Zudem betreut er die Aktion „Hallo Auto“, bei der Schüler erfahren können, wie lang der Bremsweg eines Autos wirklich ist — etwa indem sie eine Vollbremsung bei Tempo 50 erleben: „Da drückt es einen ganz schön in die Gurte. Früher hatten wir sogar Spezialwagen mit zweitem Bremspedal, so dass die Jugendlichen selber bremsen konnten — doch das fanden einige Eltern zu gefährlich. Deshalb wird jetzt mit einem ausgebildeten Trainer gefahren, der die Bremsung macht.“

Dem AMC macht der unermüdliche Praml zum Jubiläum zusätzlich ein ganz besonderes Geschenk: Einen etwa 35-minütigen Dokumentarfilm, der die Entwicklung in den letzten Jahrzehnten dokumentiert: „Man sieht unter anderem unsere Teilnahme an den Kirchweihumzügen, die frühen Seifenkistenrennen oder eine Preisverleihung durch unser Mitglied Gabriele Pauli — natürlich im AMC-T-Shirt.“

Auch die Zukunft des Vereins sieht gut aus: „Momentan haben wir über 450 Mitglieder und eine starke Jugend“, erzählt der Vorsitzende Franz Grassinger. Im Mittelpunkt der sportlichen Aktivitäten steht noch immer das Motorrad. Vor allem in der Form des Trial-Fahrens, bei der es quer über Berge und Hindernisse geht. Um das zu trainieren, hat der Verein eine offizielle Motorsportstelle, auf der drei Mal in der Woche geübt wird. „Drei bis vier große Wettbewerbe bestreiten wir im Jahr. Die Zirndorfer sind also aus bayerischen und auch deutschen Wettbewerben nicht wegzudenken.“ 

PETER ROMIR

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