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Dienstag, 18.09.2018

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Grüne fordern: Keine To-Go-Becher im Ronhof

Fürther Stadtratsfraktion regt Pfandsystem für Bäder und Fußballstadion an - 20.08.2018 06:00 Uhr

Der wiederverwendbare Becher des Pfandsystems Recup wird in Nürnberg bereits verwendet. © Edgar Pfrogner


In einem Antrag fordert die Öko-Partei die Stadt auf, das Gespräch mit den entsprechenden Betreibern zu suchen und ein Konzept zu entwickeln. Für den generellen Einsatz von Mehrwegbechern hatten sich die örtlichen Grünen schon Mitte 2017 eingesetzt. Man habe aber inzwischen eingesehen: Die Stadt kann das privaten Händlern nicht vorschreiben, solange Einweglösungen in Deutschland nicht flächendeckend verboten sind. Kommunen sind deshalb weitgehend auf den guten Willen der Geschäftsleute angewiesen.

In eigenen Betrieben indes könne Fürth sehr wohl entsprechende Vorgaben machen, sind die Grünen überzeugt. Wenigstens dort soll sie nach ihrem Willen das Mehrweg-System einführen – es wäre immerhin ein kleiner Schritt im Kampf gegen die immer stärker um sich greifende Wegwerfmentalität. Rund 320.000 Einwegbecher landen laut Erhebungen jede Stunde bundesweit im Abfalleimer – schier unglaubliche 2,8 Milliarden sind es im Jahr.

"Dieser Müll ist absolut vermeidbar", heißt es in einer Mitteilung der Grünen. Seit Jahren werde von Umweltschützern auf die enorme Belastung hingewiesen und nach Alternativen gesucht. Auch mit der Spielvereinigung Greuther Fürth könnte darüber verhandelt werden, Mehrwegbecher im Ronhof zu verwenden, regen die Grünen an. In der Umstellung sehen sie kein Problem. Pfandsysteme seien schon "in wesentlich größeren Stadien" üblich.

Recup als Vorbild?

Vereinzelt bieten Händler bereits Rücknahmemöglichkeiten an, etwa für Kaffeebecher. Auf Initiative der Stadt Nürnberg werden in der Nachbarstadt seit kurzem an 20 Standorten 14.000 mintfarbene Mehrwegbecher des Pfandsystems Recup ausgegeben – mit der aufgedruckten Skyline der Nachbarstadt.

Wer seinen "Coffee to go" bei einem der Partner im Pfandbecher kauft, kann ihn bundesweit an rund 1200 Stellen zurückgeben. München, Berlin und Köln hatten diesen Weg zuvor schon beschritten. Auch der Landkreis Fürth arbeitet gemeinsam mit örtlichen Unternehmen und Gremien an einer Strategie, um die Müllschwemme zu reduzieren.

"Höchste Zeit für einen Fürth-Becher"

Es sei "höchste Zeit, dass sich auch Fürth um ein zugkräftiges Konzept oder einen eigenen Fürth-Becher bemüht", finden die grünen Lokalpolitiker. Anfang des Jahres war die Recup-Idee, ersonnen von einem Münchner Start-up-Unternehmen, in der Fürther Stadtverwaltung noch auf Skepsis gestoßen – weil die zusätzlichen Kosten gerade für kleine Betriebe eine Belastung seien.

Man beobachte verschiedene Pfandsysteme, hieß es damals auf FN-Nachfrage. Für sinnvoll halte man es zudem, wenn sich die Metropolregion in dieser Hinsicht abstimmt – damit die Becher auch in Erlangen oder Nürnberg zurückgegeben werden können. 

Wolfgang Händel

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