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Handwerk fühlt MIB auf den Zahn

Bauherr des künftigen Einkaufsschwerpunkts musste sich kritische Töne anhören - 26.11.2011 22:00 Uhr

Wie werden die Gebäude aussehen, die an Stelle von Fiedler-Haus und Park-Hotel entstehen? Darüber sollte ursprünglich in einem Wettbewerb entschieden werden, der nun aber wieder fraglich ist. © Hans-Joachim Winckler


Uwe Laule ist derzeit ein gefragter Mann in der Kleeblattstadt. Der Chef von MIB stand in dieser Woche sowohl dem Stadtrat Rede und Antwort als auch dem Handwerk — und bekam in beiden Fällen Gegenwind zu spüren. In der Versammlung der Handwerker wurden vor allem die im MIB-Konzept fehlenden Parkplätze moniert. Klaus Hunneshagen, Chef der neben dem künftigen Einkaufskomplex liegenden Flessa-Bank und Vorsitzender des städtischen Wirtschaftsbeirats, plädierte für ein deutlich erweitertes Stellplatzangebot in der Innenstadt, das auch Raum für Kundschaft von außerhalb bietet. Andere sprachen gar von einer „Totgeburt an der Freiheit“, sollte es nicht gelingen, die in ihren Augen ohnehin angespannte Situation zu verbessern. Laule dagegen gab zu verstehen, dass seinem Unternehmen die derzeitigen Parkmöglichkeiten für „eine Neuschaffung von vergleichsweise geringen 12000 Quadratmetern Verkaufsfläche“ absolut ausreichend erscheinen.

Die Handwerksvertreter gaben auch ihrem Bedauern Ausdruck, dass ein neues Kino wegen zu hoher Finanzierungskosten keine Rolle bei der Planung des Einzelhandelsprojekts spielt. Thomas Mörtel, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft und von Haus aus Architekt, lehnte zudem das nun statt eines Architektenwettbewerbs vorgesehene „Dialogverfahren“ rundweg ab. Die bisherigen Vorschläge von MIB-Architekt James Craven, die als Grundlage der weiteren Planung dienen sollen, „sehen für mich ein bisschen nach Disney aus“, sagte Mörtel. Er plädiert deshalb für einen „konstruktiven Wettbewerb“, in dem andere Vorschläge auf den Tisch kommen.

„Durchweg gutes Jahr“

Fernab des Reizthemas Einkaufsschwerpunkt hatte das Handwerk aber auch Erfreuliches zu vermelden: „Ein durchweg gutes Jahr“ bescheinigte Thomas Pirner, Vizepräsident der Handwerkskammer Mittelfranken, seinem Gewerbe, das weiterhin einen konjunkturellen Boom erlebe. Der in Deutschland vorhandene wirtschaftliche Trend nach oben sorgt dafür, dass über 90 Prozent aller Betriebe ihre Lage als „gut“ oder „befriedigend“ einschätzen — in der Hoch- und Tiefbaubranche liegt die Zufriedenheitsquote gar bei 97 Prozent.

Damit dies so bleibt, erwartet das Fürther Handwerk nicht zuletzt Unterstützung von MIB. Uwe Laule konnte die Herbstversammlung zumindest in diesem Punkt positiv stimmen: Eine Beteiligung von qualifizierten fränkischen Betrieben am 50-Millionen-Euro-Projekt Einkaufsschwerpunkt, das frühestens Anfang 2014 fertig sein wird, fasse seine Firma ins Auge. 

chr

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