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Der Raum war am Samstag schon ab 16 Uhr gut gefüllt, die ausgelassene Stimmung stieg in den Stunden danach weiter an. Das lag an einem ansprechenden, von Jenni Heron sympathisch moderierten Bühnenprogramm und an den Angeboten drum herum. Es gab unter anderem Weizenbier mit Whisky-Malz, spezielles Rauchbier und in der schottischen Whisky-Lounge von Andreas Hertl konnten verschiedene Single Malt probiert werden.
Hier erfuhren die Besucher auch auf Schautafeln, dass „Gerste, Wasser, Hafer, Hefe, sehr gute gebrauchte Eichenfässer sowie viel Zeit und Menschen, die ihr Handwerk verstehen“ benötigt werden, um Whisky herzustellen. Gemalzt, gebraut, gebrannt: Wenn die Besucher in Fürth genießerisch ihre Gläsern schwenkten, waren sie schon mit einem Bein in Schottland angekommen. Dazu passten dann natürlich bestens Gerichte wie Fish und Chips, schottischer Lammtopf oder eine Portion Haggis mit Kartoffelpüree. Für viele Besucher war es die erste Portion dieser Spezialität, für die ein Schafsmagen mit Herz, Leber, Lunge und Nierenfett vom Schaf sowie Zwiebeln und Hafermehl gefüllt und mit Pfeffer scharf gewürzt wird.
Manch einem Besucher war danach durchaus nach einem guten Bier oder als Nachtisch einem süßen Gebäckstück zu Mute, wie den „Scones“, die von Mitgliedern des Freundeskreises Renfrewshire angeboten wurden. Die Fürther verbindet mit der Stadt Paisley, Verwaltungssitz der Region Renfrewshire, im Südwesten Schottlands seit 1969 eine Partnerschaft. Es ist die älteste der Kleeblattstadt. „Wir bedauern es, dass der Kontakt nicht so intensiv ist, wie wir uns das wünschen“, sagte Bürgermeister Markus Braun, Schirmherr des Festes. Er begrüßte „Schottlandfreunde aus der ganzen Region“ und wertete die Vielzahl an Gästen als großes Interesse an der schottischen Lebensweise und Kultur.
Das wollen die Veranstalter, Grüne Halle und Projektagentur Eva Göttlein, gerne befriedigen. Sie boten in diesem Jahr erstmals Programmpunkte wie „Burns Gedichte“. Die trug Heinrich Schwarz vor, ein 74-Jähriger, der 1955 im Rahmen eines Schüleraustausches in Glasgow gewesen war und die Kontakte zu seiner Gastfamilie, so lange es möglich war, gehalten hatte. Bis heute hütet er eine inzwischen arg zerfledderte Ausgabe von „The poetical works of Robert Burns“, aus der er Gedichte auswendig gelernt hat. „Ich warte seit fünfzig Jahren darauf, dass ich die mal vortragen kann“, erzählte der sympathische Schottlandfan, der vorher noch nie auf einer Bühne gestanden hat. Er rezitierte unter anderem ein Gedicht des 1759 geborenen schottischen Dichters, in dem es natürlich ums Whiskytrinken geht. Das Motto: Wer zuerst geht, der hat verloren.
Früh zu gehen, das wäre auch in Fürth schade gewesen. Denn Folk der „O’Malleys“ sowie Tänze und Mitmach-Aktionen der „Menzel School“ sorgten neben den vielen Spezialitäten zum Probieren und Genießen für eine Atmosphäre wie in einem Pub voller gut gelaunter Menschen – allerdings einem besonders großen.
Und das begann schon mit dem Einzug der „Piper Group“ von Thomas Schalla und Band, die das Motto „A man in a kilt is a man and a half“ auch optisch umsetzten. Sinngemäß übersetzt bedeutet dieses, dass nur ein Mann im karierten Rock ein richtig harter Typ ist, trotz seiner Wollsocken und einem Täschchen am Ledergürtel.




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