12°

Samstag, 16.02.2019

|

Imposante Buszüge rollen künftig in Fürth

Infra setzt ab Februar drei Busse mit Anhängern ein - Mehr Platzkapazität und Flexibilität - 18.01.2010

Einer der drei Buszüge, die ab Februar auf allen Linien im Fürther Stadtgebiet eingesetzt werden sollen. Mit 23 Metern Länge setzen sie neue Maßstäbe. © dpa


Dadurch ergibt sich ein stattliche und noch nicht dagewesene Länge. 23 Meter messen die Buszüge, die die Verkehrssparte der infra Fürth nach eigenen Angaben als erster städtischer Verkehrsbetrieb in Bayern einsetzt. Das sind fünf Meter mehr als ein dreiachsiger Gelenkzug, der bisher das Maß aller Dinge in der Kleeblattstadt war. Mit 77 Sitz- und 75 Stehplätzen bieten die stattlichen Gefährte des Typs «Göppel Maxi Train« zudem erheblich mehr Raum als die Gelenbusse.

Damit so infra-Geschäftsführer Hans Partheimüller, habe man auf die Herausforderung reagiert, «auf der einen Seite größere Kapazitäten für den Berufs- und Schülerverkehr anzuschaffen, auf der anderen Seite jedoch die Betriebskosten nicht steigen zu lassen«. Die Verwendung von Buszügen, so Partheimüller, biete sich unter diesen Aspekten an - vor allem während der Hauptverkehrszeiten, in denen in manchen der herkömmlichen Busse drangvolle Enge herrscht.

Flexibler Einsatz

Nach Erkenntnissen der infra bringen die Ausmaße der «Maxi-Trains« aber keine Einbußen bei der Manövrierfähigkeit mit sich. Im Gegenteil: Durch die beiden über die Deichsel gelenkten Achsen des Busanhängers folge dieser «nahezu ohne Versatz der Spur seines Zugfahrzeugs«. In Kurven habe das Koppelgefährt deshalb keinen größeren Platzbedarf als ein einzelner Zwölf-Meter-Bus.

Einen weiteren Vorteil sieht der Fürther Nahverkehrsanbieter in der «hohen Flexibilität«. Außerhalb der Spitzenzeiten mit großem Fahrgastandrang wird der Anhänger kurzerhand abgekoppelt und im Betriebshof in der Südstadt abgestellt. Der verbleibende «Normalbus« verfügt dann noch immer über 40 Sitz- und 38 Stehplätze.

Kleiner Nachteil: Wer eine Fahrkarte kaufen will, muss vorne einsteigen, denn im Anhänger gibt es keine Tickets. Über eine Gegensprechanlage soll es aber möglich sein, in Notfällen den Fahrer zu alarmieren. Eine Videoanlage mit vier Kameras überwacht zudem den Innenraum des Anhängers und den Zwischenraum zwischen den Fahrzeugteilen – für den Fall, dass sich an Haltestellen jemand dorthin verirrt.

Bereits seit 2006 sind in verschiedenen deutschen Städten mit Erfolg Busanhänger im Linienbetrieb unterwegs. Die Wolfsburger Verkehrsbetriebe setzen ebenso darauf wie jene in Pinneberg, in Reutlingen, in Ludwigsburg und in Nagold. Seit 2008 fahren im Main-Kinzig-Kreis vor allem auf den Routen mit großen Schulstandorten fünf Buszüge der gleichen Baureihe, die Fürth nun beschafft.

 

Wolfgang Händel

Seite drucken

Seite versenden


weitere Meldungen aus: Fürth