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In Fürth sind 500 Mietwohnungen im Bau und Umbau

Im Süden und im Westen der Stadt entstehen Objekte für Leute mit mittleren und kleinen Einkommen - 02.09.2014 06:00 Uhr

Für „richtig arme Menschen“ sicher nicht erschwinglich: Bauprojekt der Volkswohl an der Amalienstraße.

Für „richtig arme Menschen“ sicher nicht erschwinglich: Bauprojekt der Volkswohl an der Amalienstraße. © Foto: Mark Johnston


Bautafeln versprechen an allen Ecken und Enden der Stadt vollmundig Wohnräume und Wohnträume: zentrumsnah und doch im Grünen, barrierefrei und mit Aussicht . . . Dass dabei nicht nur Besserverdienende angesprochen sind, betonte nun Oberbürgermeister Thomas Jung bei einer einstündigen Bustour, zu der er Medienvertreter eingeladen hatte. Angesteuert wurden Bau- und Sanierungsprojekte im Süden und Westen der Stadt, die das belegen sollen.

Einerseits entstünden aktuell zwar 800 Eigentumswohnungen in Fürth, sagte der OB mit Verweis auf Baustellen wie etwa die auf dem ehemaligen Tucher-Areal oder dem Kavierlein. Andererseits investierten Fürther Genossenschaften, Stiftungen und Privatunternehmen zurzeit aber auch rund 100 Millionen Euro in den Bau von 500 Mietwohnungen.

Niedrige Zinsen

Beispiel Südstadt: An der Amalien-/Ecke Ludwigstraße ragt der Rohbau der Bau- und Siedlungsgenossenschaft Volkswohl auf. 77 Wohnungen entstehen hier, drei Straßen weiter, gegenüber der Paulskirche, errichtet die Wohnungsgenossenschaft Fürth-Oberasbach 16 Wohnungen und wieder zwei Ecken weiter, direkt gegenüber dem Finanzamt, nehmen an der Ecke Herrn-/Karlstraße 31 Wohnungen Gestalt an, darunter Penthäuser.

Investor ist in diesem Fall die auf Mietobjekte spezialisierte Firma Schönwasser Haus- und Grundbesitz. Deren geschäftsführender Gesellschafter Günther Schönwasser berichtet auf Nachfrage, das Unternehmen habe in den vergangenen 20 Jahren aus Rentabilitätsgründen ausschließlich in den öffentlich geförderten Wohnungsbau investiert. Das aktuelle Engagement im frei finanzierten Wohnungsbau erklärt er mit den niedrigen Zinsen und dem Umstand, dass das bisher von ihm selbst als Garten genutzte Grundstück ohnehin der Firma gehörte. Doch die GmbH kaufe auch zu und plane, nahe dem Fürther Wiesengrund schon nächstes Jahr weitere Wohnungen zu bauen.

Mieten von im Schnitt acht Euro pro Quadratmeter kündigt Schönwasser an der Herrnstraße an und erklärt: Für die Neubauvermietung sei das „relativ günstig“.

Oberbürgermeister Jung spricht mit Blick auf sämtliche Objekte von einem Preissegment „zwischen der sieben und der neun vor dem Komma“. Für „richtig arme Menschen“, räumt der Rathauschef ein, seien solche Neubauwohnungen sicher nicht erschwinglich. Doch rechne er insofern mit indirekten Auswirkungen, als durch Umzüge in die neuen Immobilien wieder Wohnungen frei würden. Und der OB verweist auf Sanierungsprojekte wie die der städtischen Wohnbaugesellschaft wbg auf der Hardhöhe, wo bei den Kaltmieten „eine Fünf vor dem Komma“ stünde.

Unterm Strich sieht Jung erfreuliche Zeiten auf die gegenwärtig 1100 Wohnungssuchenden in Fürth zukommen. Schließlich sei nicht nur davon auszugehen, dass die 500 besagten Mietwohnungen 2015/2016 fertig werden, sondern auch damit, dass — „erfahrungsgemäß ist das so“ — die Hälfte der 800 im Bau befindlichen Eigentumswohnungen vermietet wird.

Domizile für Senioren

Im Rahmen der Busfahrt gibt es weitere Bau- und vor allem Modernisierungsvorhaben zu sehen. So entkernt etwa die wbg für ihre Tochter, die König-Ludwig-Stiftung, mithilfe öffentlicher Fördergelder auf der Hardhöhe zwei Nachkriegsbauten für Menschen mit Berechtigungsschein. 40 Wohnungen werden hier, wie berichtet, zwar zu nurmehr 34. Von denen sind dann aber, anders als zuvor, alle mit einem Bad ausgestattet. Am Finkenschlag wiederum errichtet — laut Jung erstmals seit über 30 Jahren — die Genossenschaft Eigenes Heim 30 Wohnungen.

Gleich ums Eck baut das Evangelische Siedlungswerk 25 Mietwohnungen für Senioren, und in Kürze steht in nächster Nähe die Runderneuerung des ESW-Hochhauses mit seinen 90 Wohnungen auf 14 Stockwerken an. Wie berichtet, hat das Sozialforum hier drohende Mietsteigerungen angeprangert. Das ESW hat Altmietern daraufhin die Rückkehr bei reduziertem Mietsatz garantiert. 

Birgit Heidingsfelder

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