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In Roßtal warten Bücherberge auf Käufer

Diakonieverein hat jetzt einen Laden gemietet - 11.11.2017 09:00 Uhr

Bücher, wohin das Auge reicht: Die freiwilligen Helfer haben im Laden des Diakonievereins ganze Arbeit geleistet. Wenn am Martinimarkt erstmals geöffnet wird, können die Kunden kommen. © Foto: Claudia Wunder


"Von Jahr zu Jahr ist das alles mehr und größer geworden", beschreibt Pfarrer Jörn Künne die Entwicklung der Bücherberge. Meist habe man weitaus mehr gespendet bekommen, als verkauft werden konnte. Und so lagerten zuletzt rund 10 000 Bücher verpackt in Obstkisten im Erdgeschoss des Pfarrhauses. Die Idee, die Druckwerke in einem eigenen kleinen Laden zu verkaufen, schwelte schon länger. Doch: "Es gab nie die passenden Räumlichkeiten", so Künne. Bis dieses Jahr der Heißmangel-Laden in der Richtersgasse 10 auszog. "Das Geschäft liegt natürlich ideal in Laufweite zur Kirche, zum Pfarrbüro oder zur Bücherei." Und mit dem kleinen Weiher nebenan ist hier auch gleich ein schöner Leseort für den Sommer geboten.

Mit dem Vermieter wurde man sich schnell einig und der Beirat des Diakonievereins stimmte dem Unterfangen ebenfalls zu. Und dann ging alles ganz schnell: Der Vermieter ließ den Boden erneuern und die Wände streichen, am 26. Oktober wurden die Räume offiziell übergeben – und drei Tage später bauten rund 16 Ehrenamtliche bereits die ersten Regale auf. "Unser Aufruf zur Unterstützung im Kirchenboten war sehr erfolgreich", sagt Künne erfreut über so viel Zuspruch. Rund dreieinhalb bis viertausend Bücher haben die insgesamt rund 20 engagierten Ehrenamtlichen seitdem sorgfältig in die verschiedenen Rubriken einsortiert: Kinder, Kochen, Krimis, Belletristik, Bildbände, Tiere (Künne: "Zu jedem Pferdebuch hat sich ein Katzenbuch gesellt"), Garten – sogar die komplette "Angélique"-Reihe gibt´s, wie die Ehrenamtlichen amüsiert festgestellt haben.

Ob sich das Projekt tragen wird, muss sich allerdings in den nächsten zwei Jahren erweisen. Die, wenn auch geringe, Miete samt Nebenkosten müsse erst einmal jeden Monat erwirtschaftet werden, gibt Elisabeth Helmreich, zweite Vorsitzende des Diakonievereins, zu bedenken.

Doch die freiwilligen Helferinnen und Helfer sind optimistisch. Die Öffnungszeiten, zunächst jeden Donnerstag von 16 bis 19 Uhr, werden von ihnen im Wechsel gestemmt. Wie viel der Leser für ein Buch zahlt, ist jedem selbst überlassen – ein Euro sollte es aber mindestens sein, nach oben sind freilich keine Grenzen gesetzt. "Wir sehen den Laden auch als einen Ort, an dem man sich treffen und austauschen, an dem man sich mal in Ruhe in die Leseecke setzen und schmökern kann", sagt Ilse Westphal. Und ihr Mann ergänzt lachend: "Mitgliedsanträge für den Diakonieverein können hier ebenfalls unterschrieben werden."

  

CLAUDIA WUNDER

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