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„Inakzeptabel“

Zwist um FOS-Bewerbung entwickelt sich zum Politikum - 21.02. 09:00 Uhr

VEITSBRONN/LANGENZENN/FÜRTH  - Eine Fachoberschule (FOS) in Veitsbronn, die die Max-Grundig-Schule in der Kleeblattstadt entlasten könnte, ist für die Kreis-SPD noch nicht vom Tisch. Wie berichtet, hatte Bayerns Kultusminister Max Spaenle in einem informellen Gespräch mit Landrat Matthias Dießl jedoch verlauten lassen, dass er weder Langenzenn noch Veitsbronn als Fachoberschul-Standort in Erwägung zieht.

Aller Voraussicht nach hat Veitsbronns Bürgermeister Peter Lerch ab nächstem Schuljahr ein leeres Schulhaus zu verwalten. Nach wie vor hätte er gerne eine Fachoberschule hier angesiedelt. <autor>Archivbild: Axmann
Aller Voraussicht nach hat Veitsbronns Bürgermeister Peter Lerch ab nächstem Schuljahr ein leeres Schulhaus zu verwalten. Nach wie vor hätte er gerne eine Fachoberschule hier angesiedelt. Archivbild: Axmann
Aller Voraussicht nach hat Veitsbronns Bürgermeister Peter Lerch ab nächstem Schuljahr ein leeres Schulhaus zu verwalten. Nach wie vor hätte er gerne eine Fachoberschule hier angesiedelt. <autor>Archivbild: Axmann
Aller Voraussicht nach hat Veitsbronns Bürgermeister Peter Lerch ab nächstem Schuljahr ein leeres Schulhaus zu verwalten. Nach wie vor hätte er gerne eine Fachoberschule hier angesiedelt. Archivbild: Axmann

Nur, „wie das gelaufen ist“, geht SPD-Kreistagsfraktionschef Harry Scheuenstuhl und seinem Parteikollen Peter Lerch, Bürgermeister in Veitsbronn, gänzlich gegen den Strich: Denn erfahren haben die SPD-Männer von dem Vorstoß des Langenzenner Bürgermeisters Jürgen Habel (CSU), auch die Zennstadt als Standort einer FOS auf ministerieller Ebene zu empfehlen, erst aus den Fürther Landkreis-Nachrichten.

Nach Ansicht der Kreis-SPD ist das Agieren sowohl Habels als auch des Landrates „inakzeptabel“. War bis vor kurzem doch lediglich das ab nächstem Schuljahr mangels nachrückender Fünftklässler leerstehende Mittelschul-Gebäude Veitsbronns als Ausweichquartier im Gespräch. Dass Habel völlig unvermittelt auch seine Stadt als Standort einer FOS — in einem Kooperationsmodell mit dem Wolfgang-Borchert-Gymnasium — angedient habe, sei völlig an den Gremien des Landkreises vorbeigegangen.



Nachdem Spaenle Dießl mündlich eine Absage — an beide Schulstandorte — erteilte und ein Bericht in den FLN darüber erschien, setzte der Landrat den Kreisausschuss über diese Gespräche in Kenntnis. Als „ziemlich befremdlich“ haben die Sozialdemokraten dieses Prozedere empfunden. Um genauer zu sein: Scheuenstuhl ist eigenem Bekunden nach „stinksauer“.

„Wie kann der Bürgermeister einer Stadt Räume für ein Kooperationsmodell von Gymnasium und FOS anbieten, die der Stadt gar nicht gehören sondern dem Landkreis, ohne dass ein Kreisgremium damit befasst worden wäre?“, fragt Scheuenstuhl außerdem. Das Gymnasium ist wie alle weiterführenden Schulen in Besitz des Landkreises.

„Unbedachte Bewerbung“

Zudem sei die Zennstadt bisher gut bedient worden, zuletzt, als es den Zuschlag für die Realschule in Kooperation mit der Mittelschule erhielt. „Doch Habel“, so Scheuenstuhl, „kriegt den Hals anscheinend nicht voll.“ Mit seiner „unbedachten Bewerbung“ habe der Langenzenner Rathauschef „dem ganzen Landkreis Fürth ein Bein gestellt“, meint Lerch. Die zweite Bewerbung habe die aus Veitsbronn geschwächt. „Da fehlt’s am kollegialen Verhalten“, findet Scheuenstuhl. Und, fragen sich Scheuenstuhl und Lerch weiter, „wie kann der Landrat da mitspielen, ohne dass er diesen Vorschlag vorab in einem Kreisgremium thematisiert?“

Für die beiden SPD-Männer ist der Diskurs über einen FOS-Standort in Veitsbronn mit der mündlichen Absage Spaenles Dießl gegenüber noch nicht beendet. Unter den gegebenen Umständen sei die FOS in Fürth noch auf Jahre hinaus zu klein. Dass Veitsbronn nur die in einem Gutachten prognostizierten 200 bis 250 Fachoberschüler locken könnte, ziehen die SPDler in Zweifel: „Angebot schafft Nachfrage, das hat sich auch bei der Realschule in Langenzenn gezeigt“, sagt Lerch.

Im Landratsamt weist Dießl die Vorwürfe der SPD „aufs Entschiedenste zurück“. Für ihn sei die Anregung Habels allerdings auch überraschend gekommen. Er habe die Initiative Habels nicht etwa unterstützt, sondern im Gespräch mit Spaenle lediglich angesprochen, ob eine Kooperation von Gymnasium und FOS grundsätzlich denkbar wäre. „Eine Bewertung hat für uns nicht stattgefunden, wäre irgendetwas zu entscheiden gewesen, hätte ich das Thema an die Gremien herangetragen.“ Informiert habe er die Kreisräte bei der ersten Gelegenheit nach dem Treffen mit Spaenle, die sich bot, und das war der Kreisausschuss acht Tage danach. „Langenzenn hat lediglich eine Idee entwickelt, dafür kann ich nichts“, so Dießl.

Ähnlich sieht das auch Habel. Ihm sei es darum gegangen, eine Perspektive zu entwickeln, „wie ein sich abzeichnender Leerstand in einem Kreisgebäude sinnvoll genutzt werden kann, mehr nicht“. Außerdem sei Langenzenn mit dem Vorschlag nicht in Konkurrenz zu Veitsbronn getreten. „Wir haben keine teileigenständige FOS angedacht, sondern eine Kooperation von Gymnasium und FOS und damit eine neue Schulform.“ Eine Schwächung der Veitsbronner Bewerbung sehe er daher „in keiner Weise“.

Doch weder das eine noch das andere unterstütze das Kultusministerium, sagt Dießl, „so unbefriedigend das ist“. Lerch will jetzt eine Unterschriftenaktion starten, um sowohl der Kreisspitze als auch dem Kultusministerium deutlich zu machen, „dass die Bevölkerung hinter dieser Angelegenheit steht“.

  



VON SABINE DIETZ

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