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Angelika Spahn, 1960 in Fürth geboren, studierte an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg Textilkunst und Flächendesign bei Prof. Stephan Eusemann und Prof. Hanns Herpich, bestand ihr Diplom mit Auszeichnung, ist seither freischaffend als Künstlerin tätig und lebt mittlerweile in Heilbronn. Farbenfroh liebte sie es bereits als Kind. Mit Ketchup hat sie da schon die elterlichen Schränke bemalt, wie sie lachend erzählt. Die Blumen im Beet hätten sie angesprochen, überhaupt hätten Farbkontraste sie fasziniert.
Folgerichtig: Inspiriert wird die zierliche Künstlerin heute noch durch die Natur. Ruhe und Entspannung, das findet man in ihren Bildern jedoch nicht. Der erste „Schlänkerer“ aus dem Handgelenk ist für das weitere Entstehen entscheidend. Wenn der erste Farbbogen gestisch mit lockerem Handgelenk auf der Leinwand platziert ist, dann verselbständigt sich das Werk. Dann geht’s weiter, immer aus dem Bauch und dem Unterbewusstsein heraus, ohne vorherigen Plan. Die nackte Leinwand liegt am Boden, Spahn malt, spritzt die Farbe darauf, geht um das Werk herum, ergänzt, klebt Zeitungspapier auf, zieht es wieder ab.
Dadurch entstehen kleine Reliefs und Strukturen, die oft erst auf den zweiten Blick zu entdecken sind, das Eigenleben aber verstärken. Das Auge sucht und findet immer wieder Neues, kommt dabei nicht zur Ruhe oder Entspannung. Die Unruhe ist natürlich gewollt. Jedes ihrer Werke hängt sich die Künstlerin erstmal noch für ein paar Wochen ins eigene Wohnzimmer.
Wenn sie dann das Bild im Kopf genau reproduzieren kann, so Spahn, dann taugt es nicht. Tatsächlich fällt es schwer, den Blick wieder weg zu wenden: Die Farbkombinationen aus lila, blau und gelb ziehen in den Bann, inspirieren zu eigenen Interpretationen und es lohnt, den Kopf auch mal schief zu legen beim Betrachten, um den Blickwinkel zu verändern. Die Werke Spahns in ihrer geballten Form in der Galerie Foerstermühle grenzen beinahe an Reizüberflutung für das Auge – fast wie eine Naturgewalt.
Ausstellung „Erosion“ von Angelika Spahn, Galerie Foerstermühle, Würzburger Straße 3




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