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Jeder ist willkommen in der „zweiten Familie“

Seit fünf Jahren aktiv: Die Gruppe „B@con“ beim CVJM Großhabersdorf gestaltet sogar ein Festival - 27.07.2012 13:00 Uhr

Das B@con-Team aus Großhabersdorf freut sich über jeden Neuankömmling. Stefan Nitschky (mit Mittelscheitel und Dreadlocks) gründete die Gruppe und wollte fürs Foto nur mitten unter seinen Leuten sitzen.

Das B@con-Team aus Großhabersdorf freut sich über jeden Neuankömmling. Stefan Nitschky (mit Mittelscheitel und Dreadlocks) gründete die Gruppe und wollte fürs Foto nur mitten unter seinen Leuten sitzen. © Rempe


„B@con“ — das klingt ein bisschen nach dem englischen Wort für Schinken. Soll es aber nicht. „Der Begriff ist eigentlich die Abkürzung für ,Bible@contact‘“, sagt Stefan Nitschky. Der 22-Jährige gründete vor fünf Jahren die CVJM-Jugendgruppe, die sich seither regelmäßig trifft. „Ganz am Anfang waren wir ausschließlich ein Bibelkreis“, erklärt Nitschky, der von Beruf Erzieher ist. Auf dem Programm der Gruppe finden sich längst aber auch Spiele, Gespräche, Filmabende und sogar die Organisation des Festivals „BaconMoscht“.

Ganz so abwegig, erinnert sich der junge Mann mit den Dreadlocks, ist die Sache mit dem Namen und dem Schinken übrigens doch nicht. „Ich hab’ damals mit einem Freund in einem Fast-Food-Lokal gesessen und überlegt, wie die neue Gruppe heißen könnte.“ Vom Hamburger zum Bacon-Schinken sei der Weg dann nicht mehr so weit gewesen... Vor Gründung und Namenssuche stand für den Stefan Nitschky, der mittlerweile auch Beisitzer im Vorstand des CVJM Großhabersdorf ist, eine Erkenntnis: „Für Jugendliche gab es hier in der Freizeit eigentlich nix.“ Kurzentschlossen entschied er sich, aktiv zu werden: „Zur ersten Gruppenstunde kamen vier Leute, dann acht — und dann haben sie uns ratzfatz beinahe die Bude eingerannt“, freut er sich heute.

Zwischen 20 und 30 Jugendliche im Alter zwischen 13 und 20 Jahren kommen jeden Donnerstag um 19 Uhr zusammen. Außerdem wird noch ein sogenannter Hauskreis angeboten, in dem es „bevorzugt um Bibelarbeit geht“. „B@con“ trifft sich unter dem Dach des CVJM, einer überkonfessionellen christlichen Jugendorganisation. Der Gruppenraum wurde gemeinsam eingerichtet.

Im Team wird auch über das Programm entschieden. „Wir machen zum Beispiel ganz normale Actionspiele“, erklärt Nitschky. Beliebt seien auch Wettkämpfe wie „auf Rollbrettern mit Pümpeln rudern“. Längst haben sich aus den eigenen Reihen neue Gruppenleiter gefunden.

Katrin Pickl (19) war von Anfang an dabei, inzwischen studiert sie und arbeitet aber nach wie vor mit: „Ich wollte damals unbedingt gleich mitgestalten“, erinnert sie sich. „Es ist toll, dass hier so viele unterschiedliche Charakter aufeinandertreffen.“

„BaconMoscht“

Stolz sind die Jugendlichen auf das Festival „BaconMoscht“, das sie bereits zum vierten Mal in Eigenregie organisiert haben. Rund 200 Besucher kamen und hörten unter anderem „Face of your Faith“, die Gruppe, mit der Stefan Nitschky auftritt. „Wir spielen eigene Songs, die sich um Liebe, Glaube, gute und schlechte Zeiten im Leben drehen“, erklärt er.

Noch einen Erfolg kann die Jugendgruppe schon jetzt für dieses Jahr verzeichnen: Bei einem Video-Wettbewerb der Evangelischen Kirche in Bayern gab es den Publikumspreis, der mit einem 1000-Euro-Gewinn verbunden war. Mit ihrem Wettbewerbsbeitrag sollten die Jugendlichen etwas vorstellen, was ihnen am Herzen liegt: Klar, dass es dabei natürlich um ihr Festival ging.

Der Reinerlös dieser Veranstaltung, bei der es auch tatkräftige Unterstützung aus dem Ort gab, geht an eine Organisation in Berlin: „Blu:Boks hilft Kindern und Jugendlichen, die aufgrund ihrer sozialen Verhältnisse kaum Möglichkeiten haben, ihre Begabungen und Talente zu entdecken und zu entfalten“, erklärt Nitschky.

Auch die Großhabersdorfer Gruppe plant wieder Kreatives: „Wir starten ein neues Filmprojekt“, verrät der Gründer. „Das geht entweder so in die Richtung wie die Sitcom ,Stromberg‘ oder es wird ein Actionfilm.“ Klingt spannend.

Aber nicht nur das ist ein Grund, der zum Beispiel Moritz Schlosser zum Dabeisein bewegt: „Wir machen coole Sachen“, sagt der 16-Jährige, „aber vor allem sind wir eine gute Gemeinschaft, die offen ist für neue Leute und jeden integriert.“ Daniel Tiefel (18) bringt die Begeisterung auf einen kurzen Nenner: „Die Gruppe ist wie meine zweite Familie.“ 

VON SABINE REMPE

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