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Jüdisches Museum: Fast eine halbe Million Euro

Geld für den Erweiterungsbau gesammelt — Aktionen enden 2020 - 30.09.2017 20:00 Uhr

„Das derzeit wichtigste integrative kulturelle Projekt der Stadt“: Die Trägervereins-Chefs Alexander Küßwetter und Elisabeth Reichert sowie Museumsleiterin Daniela Eisenstein (von links) mit dem Logo der Spendenkampagne, dem hebräischen Buchstaben Alef, vor dem Erweiterungsbau in der Königstraße. © Foto: Thomas Scherer


Nicht nur um Spendengelder gehe es, sondern um eine "breite Bewusstseinsbildung in der Öffentlichkeit für die Bedeutung der jüdischen Geschichte in der Region", erklärt Alexander Küßwetter, Vorsitzender des Trägervereins des Jüdischen Museums Franken. Während sich Letzteres schwer in Zahlen fassen lässt, tun sich die Beteiligten beim "Fundraising", wie man das Spendensammeln heutzutage nennt, leichter.

Aktuell sind exakt 467 341,80 Euro zusammengekommen — Geld, das vor allem für die Innenausstattung des erweiterten Museums verwendet wird. Von den Gesamtkosten in Höhe von 6,5 Millionen Euro bestand zu Beginn der Kampagne eine Finanzierungslücke von 1,8 Millionen Euro. Mit Hilfe verschiedener Patenschaftsmodelle und anderer kreativer Fundraising-Projekte soll der Fehlbetrag bis 2020 ausgeglichen werden. So lange jedenfalls geht die Kampagne noch weiter.

Über deren bisherigen Verlauf zeigt sich Küßwetter sehr zufrieden, er wünscht sich ein "Weiter so." Seine Stellvertreterin im Trägerverein ist Fürths Kulturreferentin Elisabeth Reichert. Für sie ist der Erweiterungsbau des Jüdischen Museums Franken "das derzeit wichtigste integrative kulturelle Projekt in unserer Stadt". Es verdiene daher besondere Aufmerksamkeit.

Die Einrichtung werde ein Impulsgeber für eine offene, solidarische Gesellschaft, glaubt Reichert. "Es wird daher seine didaktische und museale Arbeit intensivieren und diese verstärkt mit gesellschaftspolitischen Zukunftsanliegen verknüpfen."

Das erweiterte Haus werde sich mit Themen wie Menschenrechte und Religion in einem vielfältigen Europa auseinandersetzen. Auf diese Weise fördere es eine Gesellschaft in Vielfalt, die Stärkung demokratischer Werte und ein respektvolles Miteinander. "Dem Jüdischen Museum Franken kommt daher in Zukunft sowohl eine regionale als auch eine überregionale Bedeutung zu", betont die Referentin.

Die bisher erreichte Spendensumme von annähernd einer halben Million Euro wurde durch viele kleine Beträge – etwa durch den Verkauf eines Flaschenöffners, der mit dem Kampagnenmotto "Offen für Neues" beschriftet ist –, aber auch durch zwei Großspenden in Höhe von zusammen 300 000 Euro erreicht.

Diese beiden Gönner übernehmen die Raumpatenschaften für die geplante Leselounge im ersten Geschoss sowie für den Veranstaltungssaal mit Erdgeschoss des Neubaus. Für weitere sechs Räume, die nicht den Namen des Spenders, sondern den einer bedeutenden jüdischen Persönlichkeit tragen werden, suchen die Initiatoren noch Geldgeber. Wobei laut Reichert ein Raum bereits teilfinanziert, ein anderer reserviert ist.

Rathaus aus Legosteinen

45 000 Euro kamen bis dato durch neun Steinpatenschaften für die Außenfassade zusammen. Aufgrund des Baufortschritts wird dieser Teil der Kampagne in zwei Monaten enden. Bis 2020 haben die Fundraiser um Karin Heinzler neben Veranstaltungen wie die "Fürther Tischgesellschaft" allerdings noch einige andere Ideen parat: etwa den Verkauf einer limitierten Auflage von hochwertigen Drucken des deutsch-israelischen Künstlers Ruben Talberg und eine Legostein-Aktion zum Jubiläum "200 Jahre eigenständiges Fürth".

Dann wird Lego-Künstler Herbert Meier aus Neumarkt ein Modell des Fürther Rathauses aus 30 000 Einzelbausteinen errichten. Pro Stein wird ein Euro als Mindestspende gesammelt.

Das Museum selbst schließt ab diesem Samstag für den Innenausbau und die Umsetzung der Neukonzeption. Wiedereröffnung ist im kommenden Mai. Während dieser Zeit sind die Jüdischen Museen in Schnaittach und Schwabach jedoch wie gewohnt geöffnet. 

ARMIN LEBERZAMMER

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