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Kämpferinnen trotzen dem Brustkrebs

Im Ärzte Forum Fürth gibt es eine packende Ausstellung zum heiklen Thema zu sehen - 21.10.2012 22:00 Uhr

FÜRTH  - Die Bilder sind fesselnd und schockierend zugleich: Sie zeigen Frauen, die durch Krebs eine oder auch beide Brüste verloren haben. Das „Amazonen“-Projekt inszeniert sie als Kämpferinnen. Die Ausstellung kann im Rahmen der „FrauenGesundheitstage“ im Facharzt Forum Fürth am Bahnhofplatz besichtigt werden.

Fesselnd: Angelika Knöckel, Mitorganisatorin der FrauenGesundheitstage, in der „Amazonen“-Ausstellung.
Fesselnd: Angelika Knöckel, Mitorganisatorin der FrauenGesundheitstage, in der „Amazonen“-Ausstellung.
Foto: Stöckl
Fesselnd: Angelika Knöckel, Mitorganisatorin der FrauenGesundheitstage, in der „Amazonen“-Ausstellung.
Fesselnd: Angelika Knöckel, Mitorganisatorin der FrauenGesundheitstage, in der „Amazonen“-Ausstellung.
Foto: Stöckl

Jede neunte Frau in Deutschland erkrankt an Brustkrebs. Das sind 55000 Betroffene jährlich. 18 von ihnen ließen sich im Sommer 2010 nach ihrer Operation fotografieren. Die Frauen posierten etwa als Kriegerin, als Engel mit Flügeln oder nackt. Allen voran Uta Melle, die Initiatorin des Projekts: Die Berlinerin trägt eine Tätowierung unter dem Nabel, Stiefel die bis über die Knie reichen, im Mund hat sie eine Zigarette, zwei große Narben verlaufen über jene Stellen, an denen ihre Brüste waren, den Blick richtet sie gen Himmel — trotzig, nach dem Motto: „Mir doch egal, ich bin trotzdem schön“.

Die Schönheit der Frau steht im Vordergrund des Projekts, obwohl die äußeren Zeichen der Weiblichkeit — Haare und Oberweite — nicht mehr da sind. Oder gerade deshalb. Doch nicht nur die Optik ist faszinierend, auch die Energie der Frauen ist zu spüren. Auf einem Bild sieht man die „Amazonen“ wie sie ins Ziel rennen, ihre Hände haben sie hochgerissen. Sie wirken so mutig und lebenslustig.


Doch was Schönheit und Weiblichkeit bedeuten, musste Uta Melle nach ihrer Brustkrebs-OP erst neu lernen. Die Fotoshootings halfen ihr dabei. Ihre Freundin, die Fotografin Jacky Hardt, machte kurz vor der Amputation Aktfotos von ihr. Doch dabei blieb es nicht, Melle ließ sich nach der Operation weiter ablichten. Die Bilder hatten für sie einen therapeutischen Effekt — und so kam sie auf die Idee, das „Amazonen“-Projekt zu starten, um anderen erkrankten Frauen zu helfen. Zur Unterstützung holte Melle schließlich noch die Fotografin Esther Haase ins Boot.

Die Ausstellung, bisher nur in Großstädten wie Hamburg oder Berlin gastierend, gibt es nun zur Freude von Angelika Knöckel, Mitorganisatorin der „FrauenGesundheitstage“, auch hier zu sehen. An den anderen Stationen hat die Fotosammlung für hitzige Diskussionen gesorgt, weil Krebs für viele immer noch ein Tabu-Thema ist. Und in Fürth? „Hier haben wir bisher nur positives Feedback bekommen“, sagt Knöckel.

Sobald das Facharzt Forum die Zusage für die Ausstellung in der Kleeblattstadt in der Tasche hatte, musste ein passendes Rahmenprogramm her. „Brustkrebs ist ein wichtiges Thema für Frauen“, erklärt Gynäkologe Dr. Marvin Rickwärts. Deshalb wurden etliche Vorträge und Workshops konzipiert. Bereits am vergangenen Montag war eine der 18 Amazonen zu Gast. Im Rahmen einer moderierten Vortragsreihe informierte Rita Schrahe Betroffene und deren Angehörige über die Bedeutung von Bewegung und Sport — trotz der schweren Krankheit. „Das Wichtigste ist, wieder ein gutes Körpergefühl zu bekommen“, sagt Schrahe.

Wer mehr über die „Amazonen“ erfahren will, hat nächste Woche die Möglichkeit, Uta Melle persönlich kennenzulernen. In ihrem Vortrag „Sexualität und Brustkrebs“ (23. Oktober, 17 Uhr) wird sie über ihre eigenen Erfahrungen und das Projekt sprechen. Die Ausstellung läuft noch bis zum 26. Oktober, Montag bis Freitag 10 bis 18 Uhr, Samstag, 10 bis 13 Uhr.

Informationen im Internet: www.frauengesundheitstage-fuerth.de 

SANDRA STÖCKL


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