Wie mehrfach berichtet, hat der Gemeinderat das von dem Nürnberger Planungsbüro Topos Team entwickelte Konzept jüngst verabschiedet. Am 23. Januar 2011 sind die Roßtaler Bürgerinnen und Bürger zudem aufgerufen, bei einem Bürgerentscheid über den möglichen Standort für einen neuen Vollsortimenter im Ort abzustimmen. Bis dahin werden die Diskussionen wohl weitergehen, hatte doch die erste Präsentation bereits im Juli „eine Lawine losgetreten“, wie Topos-Vertreter Diplom-Geograf Thomas Rosemann bei der Versammlung in dieser Woche erklärte.
„Ich habe mich schon über die Emotionalität gewundert, mit der das Thema diskutiert wurde“, sagte Rosemann, „doch auf der anderen Seite freut es uns natürlich, denn wir möchten ja eine basisdemokratische Entscheidung erreichen.“ Ziel des Konzepts sei es, großflächige Einzelhandelsansiedlungen zu steuern. Dafür hat Topos mehrere Standorte für sogenannte Nahversorgungszentren ins Auge gefasst: etwa die Mühlwiese, das Areal südlich des Bahnhofs oder Großweismannsdorf. Rosemann machte keinen Hehl daraus, dass er für die Mühlwiese am meisten Synergieeffekte erwartet.
Dafür erntete er prompt Widerspruch aus Teilen der Bürgerschaft, die das Landschaftsschutzgebiet und den Kirchweihplatz erhalten wissen wollen. Außerdem hätten die Planer die Begebenheiten vor Ort nicht ausreichend berücksichtigt, so ein Vorwurf. „Sie sprechen von einem fußläufig erreichbaren Nahversorgungszentrum, lassen aber die topografische Tallage außer acht“, kritisierte ein Bürger. „Irgendwo muss mal Schluss sein mit den Ansiedlungen“, sprang ihm ein anderer bei, „sonst gehen die kleinen Läden kaputt.“
Bürgermeister Johann Völkl betonte, dass mit dem Konzept noch keine Aufstellung eines Bebauungsplans einhergegangen sei. Interessierte Investoren gebe es auch nicht: „Im Moment wissen wir gar nichts.“
Die engagiert geführte Diskussion wollte er schließlich mit Hinweis auf den Beschluss des Gemeinderats beenden. Die Bürgerversammlung sei schließlich als Informationsveranstaltung gedacht. „Dann ist das Ganze eine Farce“, lautet der abschließende Zwischenruf eines Anwesenden. Andere hatten dagegen an Völkls Moderation nichts auszusetzen und wollten „einfach nur informiert werden“.
Die Unterstellung, Topos habe einige Standorte bewusst bevorzugt, wies Thomas Rosemann zurück. Mehr als 20 Areale seien ergebnisoffen untersucht worden: „Das kann man verstehen wollen, muss man aber nicht.“



