Mittwoch, 21.11.2018

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Kinderarche ebnet jungen Menschen Wege in den Job

Rettungsanker im Sog der Arbeitslosigkeit: Die Fürther Berufshilfe hat viel zu tun - 06.09.2018 11:00 Uhr

Einblick in die Arbeit der Berufshilfe gab es heuer auch bei einer Spendenübergabe der Manfred-Roth-Stiftung. © Archivfoto: Winckler


Dass er jetzt stellvertretender Leiter eines Baumarkts ist, hätte sich ein Fürther Schreiner vor ein paar Jahren noch nicht träumen lassen. Die Werkstatt der Berufshilfe in der Theresienstraße war sein Rettungsanker. Hier fand er jene Förderung, die ihn Fuß fassen ließ im Ernst des Lebens. Neben fachlich fundierter Ausbildung haben ihn sozialpädagogische Betreuung und berufsvorbereitende Maßnahmen gestärkt.

Er ist einer von dem Dutzend Lehrlingen, die seit 2011 die Schreinerausbildung bei der Berufshilfe mit Gesellenbrief abgeschlossen haben. Derzeit werden über 40 junge Menschen bis 25 Jahre in der Einrichtung, die bereits Mitte der achtziger Jahre ins Leben gerufen wurde, ausgebildet oder auf eine Ausbildung vorbereitet.

Neben der Schreinerei stehen Werkstätten für Schlosser, Kfz-Mechaniker, Hauswirtschafter und Friseure zur Verfügung, außerdem Büro-Lehrplätze. Auf die Gesellenprüfung bereiten sich derzeit drei Auszubildende – im Friseur- und Schreinerhandwerk sowie als Kaufmann im Büromanagement – vor. Sechs Lehrlinge starten im Oktober ihre Ausbildung im Kfz- und Büro-Gewerbe. Nächstes Jahr steht 18 Azubis bei der Berufshilfe die Abschlussprüfung ins Haus.

Neuer Durchlauf ab Oktober

Sie haben später gute Anstellungschancen, denn die Ausbildungsangebote der Kinderarche sind auf Berufsfelder ausgerichtet, in denen Fachkräftemangel herrscht. So startet am 1. Oktober ein neuer Durchlauf der Berufsorientierung für Servicekräfte im Gesundheitswesen. Zugleich besteht ab Oktober die Möglichkeit, sich in kleinen Gruppen intensiv auf das Nachholen des Mittelschulabschlusses vorzubereiten.

Seit Oktober 2015 läuft erfolgreich eine zweijährige Umschulung erwachsener Langzeitarbeitsloser zur Fachkraft für Küchen-, Umzugs- und Möbelservice. Neben Theorieunterricht in der Kinderarche gibt es Praxiseinsätze in den Wertstoffzentren. In Kooperation mit diesen Zentren ist daneben erstmals gerade eine Umschulung zur Verkäuferin in Teilzeit gestartet. Zur Zielgruppe gehören Alleinerziehende und berufliche Wiedereinsteigerinnen. Das Angebot ist komplett ausgebucht. Freie Plätze gibt es noch im Bereich der Berufsvorbereitung und Einstiegsqualifizierung in der Schreinerei.

Lernschwächen, Sprachprobleme, psychische Auffälligkeiten oder die Herausforderung, alleinerziehend zu sein, führen dazu, dass Jugendliche in gewöhnlichen Ausbildungsverhältnissen scheitern. Bei den neuen Auszubildenden der Berufshilfe handelt es sich zum Großteil um alleinerziehende Mütter und Geflüchtete. Sprachschwierigkeiten machen vor allem Jugendlichen mit Fluchthintergrund zu schaffen. Hier kann die Einrichtung mit Unterricht eingreifen. Alleinerziehenden wiederum erhalten eine Teilzeitausbildung.

Der Erfolg ist auch Unternehmen und Stiftungen zu verdanken, die diese gezielte Arbeit mit großzügigen Spenden unterstützen. 

Volker Dittmar

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