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Klassikklänge im Südstadtpark

Unbeschwerter Musikgenuss ganz ohne Regenwolken — Glanzlichter der Solisten - 13.07.2015 10:30 Uhr

Fans des Classic Open Air wissen, was es für einen gelungenen Abend braucht: Campingstühle, ein Gläschen Sekt und natürlich die Musik. © Foto: Scherer


Neu ist der Abstecher der Fürther Streichhölzer in die Welt der Oper nicht, beim 5. Classic Open Air im Südstadtpark war das gesamte Programm der Oper gewidmet, und es wurde nicht nur orchestral, sondern auch vokal musiziert. Die äußeren Bedingungen waren ideal: Hochsommerliche Temperaturen tagsüber und zuverlässig gute Wetterprognosen für den Abend. Oberbürgermeister Thomas Jung würdigte in seinem Grußwort die wertvolle Arbeit, die Bernd Müller und sein Orchester für das kulturelle Leben der Stadt Fürth leisten. Und in Fürth sei es ohnehin noch schöner als beim Sambafestival in Coburg am Abend vorher mit brasilianischen Schönheiten, betonte er augenzwinkernd.

Streichhölzerchef Müller hatte ein Programm zusammengestellt, das auch nach Frankreich, Italien und Spanien führte und das sowohl für das Nachwuchs- und Vororchester als auch für das Symphonieorchester musikalische Kostbarkeiten aus diesem Genre enthielt. Die Kleinen durften mit fünf Ausschnitten aus Mozarts „Zauberflöte“ beginnen. Auf den Anfang der Ouvertüre folgten zwei Arien des Papageno, gefällig und beschwingt dargeboten. In der Arie der Königin der Nacht „Der Hölle Rache kocht in meinem Herzen“ und im Schlusschor der Oper war dann aber schon technisches Können gefragt, und sie entledigten sich ihrer Aufgabe ganz hervorragend.

Musikalische Glanzlichter entzündeten die beiden Solistinnen Silke Mändl und Mareike Lennert. In Puccinis Einakter „Gianni Schicchi“ fleht Lauretta ihren Vater an, ein Testament zu ihren Gunsten zu fälschen. Silke Mändl gestaltete das Lied „Väterchen, teures, höre“ mit schmachtend-schönen Soprantönen. In einer Arie aus Gounods Oper „Romeo und Julia“ brillierte sie dann mit perlenden Koloraturen und glänzenden Spitzentönen. Mareike Lennert ließ im Lied des Cherubino „Sagt, holde Frauen“ aus Mozarts Oper „Figaros Hochzeit“ zunächst ihre füllige Mezzosopranstimme erklingen, um dann in der Habanera aus Bizets Oper „Carmen“ im dramatischen Altfach zu beeindrucken, eine vielversprechende junge Sängerin. Als dritter Solist präsentierte sich Florian Giering aus dem Orchester mit der Meditation aus der Oper „Thais“ von Jules Massenet mit Tonschönheit und Ausdruckstiefe.

Für sein Orchester hatte Bernd Müller mit der Ouvertüre zur Oper „Die Entführung aus dem Serail“, dem Faust-Walzer und dem Cancan von Jaques Offenbach Stücke ausgewählt, die die musikalische Bandbreite der Musiker eindrucksvoll hörbar werden ließ: Präzision, Spielfreude und Ausdrucksvermögen. Das gilt auch für den zweiten Teil mit dem hinreißend vorgetragenen Vorspiel zu „La Traviata“ und den beiden Reißern „Carmen-Suite“ und Rossinis Ouvertüre zu „Wilhelm Tell“. Mit der Barcarole aus „Hoffmanns Erzählungen“ als Zugabe zauberten die beiden Sängerinnen dann eine tolle Stimmung in die beginnende Dunkelheit im Südstadtpark. 

GÜNTER GREB

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