Mittwoch, 12.12.2018

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Klaus-Peter Nabein ist gestorben

Ausnahme-Läufer erlag Krebsleiden - Legendäre Vielseitigkeit und Kampfgeist - 14.10.2009

Klaus-Peter Nabein beim Halbmarathon auf dem Weg zum Chiemsee. © Theo Kiefner


Bis zuletzt hatte er den Kampf gegen den Krebs mit Mut ausgefochten, aufgeben gehörte nicht zum Läufer und Menschen Klaus-Peter Nabein. Gut 20 Jahre zählte Nabein zur nationalen Elite.

Dabei war die hoffnungsvolle Karriere als Hindernisläufer eigentlich schon beim ersten großen internationalen Einsatz zu Ende. Das Unglück kam aus heiterem Himmel.

Die Junioren-Europameisterschaft (U 20) sollte für den 16-jährigen Himmelsstürmer der erste Schritt zu sportlichen Ehren werden, die Hindernisse erwiesen sich dabei jedoch im wahrsten Sinn des Wortes als zu hoch. Ein heftiger Sturz beendete das Rennen und seine Chancen, weiter als Hindernisläufer für Furore zu sorgen.

Manch einer hätte da die Schuhe an den Nagel gehängt, nicht so Klaus-Peter Nabein. Er konzentrierte sich nun voll auf die Mittelstrecke. Bei der U 20-EM 1979 kam er zu seinem ersten großen Titel: Junioren-Europameister über 800 Meter. Damals absolvierte der gebürtige Unterfranke auch seine Ausbildung bei der Polizei und zog nach Fürth. Der Wechsel zum LAC Quelle Fürth war für ihn ein großer Schritt, bis dahin war er bei kleineren Vereinen aktiv gewesen und stets deren «Star». In Fürth musste er sich diesen Status erst wieder erarbeiten und auch mit anderen teilen.

Doch auch in der Kleeblattstadt konnte er sich durchsetzen. Seine größten internationalen Erfolge feierte er in der Halle: Vize-Europameister 1982 über 800 Meter und Dritter 1987 über 1500 Meter. Im Freien blieb ihm der ganz große Erfolg versagt.

Als der Umstieg auf die längeren Bahnstrecken, 5000 und 10 000 Meter, nicht so wie erhofft gelang, wagte er unter Anleitung seines Trainers Andreas Michallek den Schritt zu den ganz langen Strecken auf der Straße. Schon bei seinem zweiten Lauf auf der Halbmarathonstrecke gewann Klaus-Peter Nabein die Deutsche Meisterschaft.

Schnell im Marathon

Doch der Fürther wollte in Sachen Streckenlängen mehr. Auch auf der Marathonstrecke zeigte er seine Klasse, wie eine Bestzeit von 2:14:16 Stunden beweist. Als Athlet war Klaus-Peter Nabein der «komplette» Läufer. Seine Bestzeiten sprechen für sich. Die Bandbreite reicht von 48,15 Sekunden (400 Meter) über 1:46,03 Minuten (800 Meter), 3:35,98 Minuten (1500 Meter) und 13:42,80 Minuten (5000 Meter) bis hin zum Marathon in 2:14,16 Stunden.

Darüber hinaus prägte er noch bis zum Anfang dieses Jahres das Gesicht des LAC Quelle Fürth im Internet als Administrator der Vereinswebseite. An seinem Wohnort Veitsbronn setzte sich Nabein beim dortigen ASV in der Fußballabteilung ein und war zudem im Gemeinderat aktiv. THEO KIEFNER 

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