|
Anmeldung
Diese Funktion steht nur registrierten Usern zur Verfügung.
Loggen Sie sich bitte hier ein oder registrieren Sie sich kostenlos! |
![]() |
Passwort vergessen
Wenn Sie Ihr Passwort vergessen haben können Sie hier ein neues Passwort anfordern. Geben Sie bitte hierzu Ihre E-Mail-Adresse ein!
|
Schön, dass es für alles eine Statistik gibt. Deshalb wissen wir jetzt, dass der Durchschnittsbayer 1,71 Meter groß ist und 75 Kilo wiegt. Seit 1999 hat der Gute damit 2,3 Kilo zugenommen und ist zwei Zentimeter gewachsen. Michael Brückner ist um einiges länger. 1,89 Meter misst der 60-Jährige, der natürlich mit den Tücken seines Gardemaßes vertraut ist: „Hosen kaufen ist schwierig, vor allem, weil ich obendrein sehr dünn bin.“ Manchmal, bedauert der Fürther, muss er zum Einkauf deshalb sogar den Weg nach Nürnberg antreten. Den Hochzeitsanzug, erinnert sich Michael Brückner, entdeckte er aber damals in Fürth. „Leider gibt es das Geschäft nicht mehr“, sagt Ehefrau Martina Gehrenbeck-Brückner.
Schmerzhafte Erfahrungen machen Menschen, die über die Durchschnittsgröße hinausragen, zum Beispiel mit niedrigen Türstürzen: „Das passiert mir manchmal sogar zu Hause, wenn ich nicht aufpasse und ganz oft im Wohnmobil“, sagt Michael Brückner. Er ist Arbeitsmediziner und rät schmunzelnd: „Natürlich empfehle ich den Langen, auf ihren Kopf aufzupassen und wenn nötig bei der Arbeit einen Helm zu tragen.“ Wichtig sei auch, dass zum Beispiel Bürostühle und Schreibtische die passenden Maße haben und nicht etwa zu klein sind.
Sylvia Kreisel weiß aus Erfahrung, was Größe mit sich bringt: „Mehr Respekt.“ Die 51-Jährige, die in Fürth ein Klavierfachgeschäft betreibt, misst 1,74 Meter, schicke Schuhe mit Absatz addieren noch einmal zehn Zentimeter hinzu. Ihr verstorbener Mann war 1,76 Meter: „Deshalb habe ich am liebsten nur einen kleinen Absatz getragen.“ Sie weiß auch, dass ein paar Zentimeter Körpergröße mehr oder weniger in vielen anderen Beziehungen tatsächlich eine Rolle spielen: „Männer haben oft vor großen Frauen Angst“, sagt Sylvia Kreisel. „Es gibt aber andererseits auch kleine Männer, die speziell auf große Frauen stehen.“
Das Statistische Bundesamt hat übrigens herausgefunden, dass bayerische Frauen durchschnittlich ein Kilogramm und Männer 500 Gramm leichter sind als der Rest der deutschen Bevölkerung. Woran das liegt, steht leider nicht im Bericht. Eric Hartung, Filialleiter von C&A in Fürth, punktet trotzdem mit einer breiten und schicken Auswahl an Mode für Menschen, die etwas mehr auf die Waage bringen. Von 3XL bis 6XL reicht das Angebot: „Diese Größen gehen gut“, sagt Hartung. „Mittlerweile ist das ein wichtiger Bereich bei uns, das war längst nicht immer so.“ Er selbst trägt übrigens Konfektionsgröße 50. „Mittelmaß“, sagt er und greift eine Bermuda-Hose in 4XL vom Ständer. Beeindruckend viel Stoff kommt da zusammen. „Trotzdem kostet sie nicht mehr als ein kleineres Modell.“
Gewichtige Sorgen in einer ganz anderen Größenordnung macht das Plus an Kilogramm und Länge im Gesundheitswesen. Im Fürther Sanitätshaus Fritsch & Richter ist man darauf eingestellt. „Der Bedarf ist da“, sagen die Fachverkäuferinnen Sonja Schlicht (23) und Svenja Goller (33), „aber es sind einzelne Fälle, man kann bei uns nicht von einem Trend sprechen.“ Allerdings werden gängige Produkte auch für höhere Belastung angeboten: „Normalerweise halten die Sitzflächen von Rollatoren 120 Kilo aus“, erklären die Fachfrauen. Sie können aber auch ein Modell im Format XXL vorführen: „Der ist breiter, höher und belastbarer.“
Fitness ist selbstverständlich immer Trumpf, egal ob man nun zum Gardemaß tendiert oder im Durchschnitt bleibt. Degenhart Jungkunz ist gerade ganz sportlich unterwegs. Mit dem Mountainbike geht es gleich in den Wald, aber erst will der 55-jährige Diplom-Ingenieur noch schauen, wie weit das Beachvolleyballfeld auf der Freiheit gediehen ist. Jungkunz verrät seine Maße: „Ich bin 1,88 Meter und wiege im Moment 122 Kilo. Ein bissel was vom Gewicht soll wieder weg.“
90 Kilo sind sein Traum: „Das Trikot hier habe ich in XXL gekauft, so sitzt es luftiger, und ich kann mich darin besser bewegen.“ Damit demnächst wieder Größe L passt, achtet er jetzt auf seine Ernährung und treibt mehr Sport: „Am liebsten Triathlon und Marathon“, sagt er und radelt davon.




|