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Kompliment in 80 Sätzen: Fotoclub Fürth im Stadttheater

14 Amateure öffnen den Blick für die Schönheiten der Stadt - Vernissage vorm Theaterfest - 21.09.2018 21:00 Uhr

Alles Gute zum 200.: Clubchef Gerhard Meyer und seine 13 Mitstreiter waren aus Anlass des Stadtjubiläums monatelang mit den Kameras unterwegs. © Foto: Thomas Scherer


Also bitte, nichts gegen die Volksbücherei in der Fronmüllerstraße (die es hier übrigens nicht zu Motiv-Ehren geschafft hat). Aber eine Örtlichkeit von etwas repräsentativerem Charme, das war der Wunsch des altgedienten Fotoclubs nach der Vorjahres-Schau, Titel: "Perspektive Fürth".

Prompt öffnen sich im Jubiläumsjahr der Stadt für die begeisterten Amateure erstmals die Türen des wohl schmucksten Gebäudes weit und breit. Mit den Arbeiten der 14 Kamera-Leute, darunter zwei Damen, steigt Stadttheater-Galerist John Hammond in die Saison 18/19 ein.

Äußerst passend ist zudem, dass Clubchef Gerhard Meyer just in einem Zeitfenster durch die Schau führt, als drinnen eine Band fürs Theaterfest probt — Refrain: "Da ist viel Schönes dabei." Was zweifellos auf die Werkschau der Fotografen zutrifft. Ein allzu großes Kunststück wäre es nicht, eine Fürth-Schau zu konzipieren, deren Bildsprache Fluchtgedanken auszulösen vermag. Meyer: "Natürlich gibt es in Fürth viele alte Tunnel und Straßen, was fotografisch zwar reizvoll ist. Im Stadttheater aber wollten wir uns bewusst den positiven Seiten der Stadt zuwenden." Nach intensiven Diskussionen einigte sich die Gruppe auf vier Themen- und Ästhetik-Schwerpunkte — Architektur, "Grey Matters", abstrakt, Street.

Sämtliche Arbeiten entstanden in den vergangenen Monaten, oft gesehene Motive, die zur unverwechselbaren Ikonografie der Kleeblattstadt zählen, sind selbstredend auch hier zu sehen. Die Kunst bestand jedoch nicht darin, das Rad neu zu erfinden, sondern Bekanntes handwerklich sauber vors Betrachterauge zu führen. Erstmals zu Ausstellungs-Ehren gelangen das — noch im Baustadium eingefangene — Ludwig-Erhard-Zentrum und der Anbau des Jüdischen Museums. Und der Zusammenfluss von Rednitz und Pegnitz im Wiesengrund aus Drohnen-Sicht: gibt’s nicht alle Tage.

Recht wenig Menschen, hin und wieder eine zu kräftig schleudernde Fotoshop-Waschmaschine, dafür aber bezaubernde Stimmungen — der verschneite Südstadtpark etwa — und ein gutes Auge für die Aura historischer Hausfassaden und "Lost Places" wie City-Center und alter Lokschuppen. 80 Werke, gern flaniert man zweimal vorbei. Ist halt schon schön, dieses Fürth.

"Original Fürth": Vernissage am Sonntag, 23. September, 11 Uhr, Stadttheater. Um 13 Uhr beginnt das Theaterfest zum Saisonstart 18/19. 

Matthias Boll

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