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Frage 1. Die Amtsperiode des Bürgermeisters/der Bürgermeisterin dauert bis 2020. Wo sehen Sie die Stadt in acht Jahren?
Die Bedeutung des Tourismus hat zugenommen. Die Anbindung der Innenstadt an den FunPark ist mit der Playmobil-Bimmelbahn geglückt. Besucher wie Zirndorfer genießen eine wunderschön gestaltete Bibert mit Rad- und Wanderwegen sowie Erlebnisbiotopen. Die Vereine arbeiten enger zusammen, nutzen gemeinsame Räume und nehmen wie Verbände an der Stadtratsarbeit in den Ausschüssen teil. Senioren und Familien finden die nötige Infrastruktur und fühlen sich gut aufgehoben.
Frage 2: Nennen Sie drei Ihrer Programmschwerpunkte. Was würden Sie als Rathauschef/-chefin zuerst anpacken?
Ganz dringend erforderlich ist ein Konzept für die Zirndorfer Innenstadt, um weiter Kunden anzuziehen und einen Großversorger zu halten. Damit ist ein Leerstandsmanagement mit Eigentümern, Mietern und Maklern verbunden. Unser Weihnachtsmarkt benötigt eine ansprechendere Gestaltung. Auch strebe ich mehr Transparenz für Stadtratsmitglieder und Bürgerschaft an: Nichtöffentliche Protokolle sind an die Stadtratsmitglieder herauszugeben, fachkundige Bürger sind in die Stadtratsarbeit einzubeziehen, Betroffene erhalten ein Rederecht im Stadtrat.
Frage 3: Wie heben Sie sich von Ihren Mitbewerbern ab?
SPD und CSU regieren seit Jahren in einer faktischen großen Koalition und schieben sich gegenseitig wichtige und lukrative Posten zu: Zweiter und Dritter Bürgermeister oder Sparkassenverwaltungsrat. Echte Veränderungen kann es nur mit den Freien geben. Ich bringe aus meiner Arbeit das für einen Bürgermeister notwendige Wissen, aber auch den Mut zu Veränderungen, mit.
Frage 4: Der Pinderpark ist bebaut. Soll Zirndorf weiter auf Wachstum setzen und große Bauflächen ausweisen?
In der Innenstadt stehen 16 Prozent Gewerbe- und Wohnflächen leer. Wir setzen deshalb in erster Linie auf das Schließen von Baulücken und Flächenrecycling mit entsprechender finanzieller Unterstützung. Die Möglichkeit größerer Baugebiete sehen wir am Tunzenloher Feld. Hier wäre die Bahnlinie vor der Tür.
Frage 5: Die U-Bahn-Pläne gelten als gescheitert, doch die Probleme des Individualverkehrs bleiben. Wo wollen Sie verkehrspolitisch hin?
Ich werde mich mit Nachdruck für eine Durchbindung der Rangaubahn zum Nürnberger Hauptbahnhof einsetzen. Dies lässt sich mit einem Bruchteil der Kosten für eine U-Bahn verwirklichen. Ziel bleibt für uns Freie auch die Tarifzone 200. Außerdem wollen wir der Bibertbahn eine faire Chance geben. Die anderen Fraktionen haben entschieden, dass sich Zirndorf finanziell nicht an Park-and-Ride-Plätzen und Lärmschutz beteiligen wird, was faktisch eine vorweggenommene Ablehnung der Bibertbahn darstellt. Unter meiner Führung wird Zirndorf konstruktiv in diesen Prozess eintreten.
Frage 6: Die Energiewende ist ein wichtiges Zukunftsthema. Was kann die Stadt dazu beitragen?
Zirndorf belegt bei den regenerativen Energien den letzten Platz im Landkreis, der hier ebenfalls keine Vorreiterrolle einnimmt. Ansatzpunkt ist für mich das Schaffen von Photovoltaikanlagen mit Bürgerbeteiligung. Potenzial liegt für mich auch im Bau von Hackschnitzel- und Blockheizkraftwerken.
Frage 7: Welche Visionen haben Sie für Innenstadt und Einzelhandel?
Wir müssen den Branchenmix mit Einzelhändlern, Handwerkern, Ärzten, Dienstleistern und Vollversorgern unbedingt erhalten. Gefahr droht durch die immer größere Verdichtung von Discountern an der Rothenburger Straße, was Kaufkraft aus der Innenstadt zieht. Wir Freien haben immer gegen Supermärkte im Randbereich gestimmt und werden das auch weiter tun. Genauso muss die Tempozone 10 unbedingt verändert werden, wollen wir Kunden in der Innenstadt binden. Auch gingen im vergangenen halben Jahr mehrere Geschäfte an andere Kommunen verloren, weil wir deren Gewerbeflächen in Wohnungen umgewidmet haben. Mit einer Innenbereichssatzung oder einem Bebauungsplan können wir einem weiteren Verlust vorbeugen.
Frage 8: Zirndorf sitzt auf einem mächtigen Schuldenberg, nicht zuletzt wegen des Bibertbades. Wie wollen Sie die Finanzen in den Griff bekommen?
Das Schwimmbad erwirtschaftet ein jährliches Defizit von 2,5 Millionen Euro. Die Schulden der Stadt haben sich seit 2006 von 10,8 Millionen Euro auf zuletzt 27,3 Millionen Euro mehr als verdoppelt. Beim Bibertbad müssen alle Teilbereiche, Frei-, Hallenbad, Wellnessbereich und Gastronomie, getrennt geprüft werden. Bleibt die Gastronomie weiterhin defizitär, muss sie verpachtet werden. Weiter muss Zirndorf sämtliche Möglichkeiten an Sondertilgungen wahrnehmen. Dazu gehört, dass der Stadtrat darüber informiert wird und diese Sondertilgungen in den Haushalt eingearbeitet werden. In Zukunft müssen wir in der Stadtsanierung und im Straßenbau auf kleinere Lösungen setzen.



