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"Kunst am Nil" erscheint auf Arabisch

Ein Beiruter Verlag veröffentlicht die Erinnerungen der Fürther Galeristin Ursula Schernig - 11.01.2018 18:10 Uhr

„Ich bin glücklich und sehr gespannt“: Ursula Schernigs Kairo-Erlebnisse sollen ab März die Leser im Libanon fesseln. © Foto: Hans-Joachim Winckler


Als erste Frau eröffnete die Fürther Galeristin Ursula Schernig zu Beginn der achtziger Jahre eine Galerie in Kairo. In ihrem Buch "Kunst am Nil" erinnert sich die 83-Jährige, die in Ronhof die Galerie Kunst des Niltals betrieb, an die Zeit zwischen 1981 und 2011, die sie vorwiegend in Ägyptens Hauptstadt verbrachte.

Die auf 360 Seiten ausgebreiteten Erinnerungen Schernigs, in denen sie ihre Erlebnisse von Mubaraks Regierungsantritt bis zu seinem Sturz und den Anfängen des "Ägyptischen Frühlings" schildert, erschienen vor einem Jahr im kleinen norddeutschen M.-G.Schmitz-Verlag (wir berichteten). Nun winkt dem Buch womöglich eine "Karriere" jenseits von Europa: "Kunst am Nil" wird gerade ins Arabische übersetzt und soll im März 2018 in einem Beiruter Verlag veröffentlicht werden.

"Ich bin glücklich und sehr gespannt", so Schernig gegenüber den FN. Kurz vor Weihnachten erreichte sie ein Anruf von Hamid Al Iryani. Der mit seiner Familie in Deutschland lebende jemenitische Professor, der lange Jahre in Ägypten lehrte, war über Freunde Schernigs auf das Buch aufmerksam geworden und bot ihr an, das Werk zu übersetzen. Mit der Arbeit ist Iryani, der fließend Deutsch spricht, inzwischen fast fertig.

"In Ägypten", so Schernig, "könnte das Buch wegen der Zensur nicht erscheinen." Die libanesische Hauptstadt hingegen gilt seit langem als Magnet für Verleger und Journalisten aus den autoritär regierten arabischen Nachbarstaaten. Die Verlage aus dem Libanon werden geschätzt für ihre Qualität – und für die Freiheit der Meinungsäußerung. Weil der Libanon als das wohl liberalste arabische Land gilt, nehmen zahlreiche Manuskripte den Weg nach Beirut.

Eine Möglichkeit, dass sich "Kunst am Nil" tatsächlich auch am Nil verbreitet, gebe es Schernig zufolge gleichwohl. Auf ägyptischen Buchmessen sei es möglich, auch weniger genehme Publikationen zu präsentieren und sich darüber auszutauschen.  

Matthias Boll

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