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Kuriose Kartoffel-Petition: Horst statt Annabelle

Initiator sieht "eindeutige Benachteiligung" - 18.08.2016 08:00 Uhr

Es bleibt wohl bei den weiblichen Namen: Die Petition endete in der Nacht zum Donnerstag. © oh


Anfang Juli ging beim Bundestag die Petition 66.662 ein. Sie fordert ein "ausgewogenes Verhältnis zwischen männlichen als auch weiblichen Kartoffelnamen bei der Sortenbestimmung". Der Initiator begründet seine Forderung damit, dass über 90 Prozent aller Kartoffelsorten weibliche Namen tragen. Er sieht eine "eindeutige Benachteiligung hinsichtlich männlicher Namen" und verweist auf die Namensgebung von Hoch- und Tiefdruckgebieten, bei denen regelmäßig das Geschlecht gewechselt wird.

Hans-Peter Rotter, Kartoffelbauer aus dem Fürther Ortsteil Ritzmannshof, kann dem Vorschlag nichts abgewinnen. Er findet es "belanglos, ob eine Kartoffel männlich oder weiblich ist".  Seiner Meinung nach klingen weibliche Namen generell schöner, "unsere Kartoffeln heißen zum Beispiel Anuschka, Valeta oder Margit." Die Namen, erklärt er, kamen dadurch zustande, dass Züchter oft Männer waren, "sie haben ihre Kartoffeln dann eben nach der Tochter oder der Frau benannt".

Damit der Initiator der Petition dem Bundestag sein Anliegen in einer öffentlichen Sitzung vortragen kann, brauchte er innerhalb von vier Wochen 50.000 Unterzeichner. Davon war er bis zum Schluss weit entfernt: Die Frist endete in der Nacht zum Donnerstag - es kamen gerade einmal 108 Unterschriften zusammen. Kartoffelbauer Rotter sah den Vorstoß gelassen: "Solange sie einen guten Geschmack hat, kann eine Kartoffel wegen mir auch Friedrich heißen." 

Jonathan Lyne

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