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Lachparade mit starken Stimmen

LaLeLu serviert dem Theaterpublikum ein verblüffendes Musikkabarett - 26.04.2018 09:11 Uhr

Stimmgewaltig bietet Sanna Nyman ihren Kollegen Paroli. © Edgar Pfrogner


Wer LaLeLu kennt, weiß, dass das Publikum alles andere als einen gewöhnlichen Opernabend erwarten durfte. Die Gruppe ist mit ihrem Mix aus Gesang und Komik, Show und Parodie bekannt geworden.
So durfte man nicht verwundert sein, dass der Moderator die Zeit bis zum „Opernbeginn“ überbrücken musste – etwa mit einer musikwissenschaftlich ungemein fundierten Definition von Oper: „Dicke Menschen schreien sich an.“


2016 sorgte das Quartett LaLeLu mit seinem Jubiläumsprogramm zum 20-jährigen Bestehen im Stadttheater zuletzt für Verblüffung in Fürth. Auch jetzt zeigten die vier Akteure wieder, dass sieSanne Nyman aus Finnland, Jan Melzer, Frank Valet und Tobias Hanfnicht nur tolle Comedy machen. In ihrer perfekt choreographierten Bühnenshow „Muss das sein?“ singen, tanzen und karikieren sie.

Sie nehmen, wie es sich für Kabarett gehört, gesellschaftliche Entwicklungen auf den Arm wie die Telekommunikation: „Es gibt einen günstigen Tarif für ein Gespräch nach Mosambik – aber wer telefoniert schon nach Mosambik?“. Auch Problemen mit der Klimaanlage im E-Auto widmen sie sich, dem Tauschkonzert „Sing my song“ im Fernsehsender Vox, wo Erdoðan Böhmermann-Gedichte vorträgt, und Udo Lindenberg, der gemeinsame Sache mit Udo Jürgens macht.

Liebe und TV


Es und Astro TV, die Lieblingssendung der Deutschen, wenn sie gerade nicht ARTE schauen.  geht ums „Liebe machen“ – aber nur am Mittwoch, weil alle anderen Abende schon verplant sind, wobei das Zähneputzen als Vorspiel dient.  Und dazwischen der Kalauer „Die Neger haben Krauses Haar“! Lachnummern sind die Persiflagen von Rainer Calmund als Genussmenschen, von Jogi Löw, der sich ewig an seiner Hose herumkratzt, von Angela Merkel, die sagt: „Ein Leben ohne mich ist möglich, aber sinnlos“. Gut kommen auch die Parodien auf die ehemaligen bayerischen Ministerpräsidenten Seehofer und Stoiber an, auf Boris Becker, der sich wundert, dass ihn niemand mehr fotografiert, wenn er irgendwo auftaucht, und auf Gerhard Schröder, der sich eine Retrospektive auf seine Politik gestattet.


„Was ist eigentlich mit Greuther Fürth los“? wird teilnahmsvoll gefragt, vielleicht könnte „Kräuterschnaps“ helfen? „Romantische“ Zugaben gibt es auch: eine an die Chippendales erinnernde Nummer und „Sanna“ aus Finnland als türkische Bauchtänzerin. Bei all dem darf sich das Publikum darauf verlassen, dass – und das ist kein Witz – perfekt saubere Intonation und rhythmische Homogenität den A-cappella-Gesang von LaLeLu auszeichnen. 

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