Mittwoch, 21.11.2018

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Landkreis: Ein Stückchen B 8 ist jetzt mautpflichtig

Streckenabschnitt zwischen Langenzenn-Nord und Burgfarrnbach betroffen - 12.07.2015 21:00 Uhr

Der Bund „bemautet“ seit 1. Juli auch 13,5 Kilometer Bundesstraße im Kreis Fürth und diesen Abschnitt der B 470 im Kreis Forchheim. Foto: Mark Johnston


Mautschilder mitten im Landkreis Fürth haben etwas Verblüffendes an sich. Es könnte demnach durchaus vorkommen, dass Autofahrer auf den Anblick der neuen Verkehrsschilder am Rand der B 8 irritiert reagieren. Wer von Neustadt/Aisch Richtung Fürth fährt, wird direkt vor der Zenntalbrücke darauf hingewiesen, dass 800 Meter weiter für Lkw ein bezahlpflichtiger Streckenabschnitt beginnt. In der umgekehrten Fahrtrichtung findet sich der erste Hinweis auf der Südwesttangente, Höhe Oberfürberg.

Mit dem Bundesfernstraßenmautgesetz vom 12. Juli 2011 hat der Gesetzgeber beschlossen, unter bestimmten Voraussetzungen neben Autobahnen, wo seit 2005 eine Lkw-Maut erhoben wird, auch außerorts gelegene vier- und mehrstreifige Bundesstraßen zu „bemauten“, wie das im Fachjargon heißt. Los ging es damit im August 2012 auf 84 autobahnähnlichen Streckenstücken zwischen Flensburg und Oberammergau. In der Region wurden damals beispielsweise bereits Abschnitte der B 2 im Landkreis Roth und der B 4 bei Erlangen/Tennenlohe kostenpflichtig. Zum 1. Juli 2015 wird nun auf weiteren rund 1100 Kilometern Bundesstraße im Land Kasse gemacht.

In der Region betrifft das schon mal Mini-Strecken wie etwa rund 400 Meter der B 470 im Landkreis Forchheim. Christoph Eichler vom Staatlichen Bauamt Nürnberg verweist auf FN-Nachfrage auch auf wenige hundert Meter Münchener Straße zwischen der Autobahn A 73 und dem Ortsschild Nürnberg, vier Kilometer Regensburger Straße (B 4) zwischen der A 9-Anschlussstelle Fischbach und dem Ortsschild Nürnberg oder 900 Meter B 2 bei der A 3-Anschlussstelle Nürnberg-Nord nordöstlich von Ziegelstein. Das besagte Stück zwischen Langenzenn und Burgfarrnbach ist im Vergleich dazu ein lukrativer Brocken.

Das Staatliche Bauamt Nürnberg hat die Maut-Schilder hier vorerst noch provisorisch aufgestellt, wird sie laut Eichler demnächst aber einbetonieren. Auf dieser und den anderen neuen Strecken müssen Spediteure für alle Lastwagen bezahlen, die einschließlich Anhänger mindestens zwölf Tonnen wiegen. Pro Kilometer sind Centbeträge im unteren zweistelligen Bereich fällig. Diese sind gestaffelt nach der Anzahl der Fahrzeugachsen und nach den Schadstoffklassen.

Für den Bund ist die aktuelle Ausweitung der Lkw-Maut nur einer von mehreren Zwischenschritten zu deren flächendeckender Einführung. Denn: Anfang Oktober werden auch leichtere Lastwagen ab 7,5 Tonnen mautpflichtig. Berlin erhofft sich Mehreinnahmen von 380 Millionen Euro pro Jahr – Geld zur Finanzierung von Straßenausbauten und -sanierungen. Hinzu kommen soll 2016 die Infrastrukturabgabe für Pkw und Wohnmobile (plus 500 Millionen Euro pro Jahr) und 2018 die Lkw-Maut auf allen Bundesstraßen.

Von stählernen Mautbrücken, wie man sie von Autobahnen kennt, wird die B 8 künftig allerdings nicht überspannt, versichert Daniel Schwarz, beim Staatlichen Bauamt Nürnberg zuständig für die Straßenverwaltung im Landkreis Fürth. Erhoben wird die Lkw-Maut von Deutschlands Mautbetreiber Toll Collect automatisch und satellitengestützt über ein Gerät im Fahrzeug, die so genannte On-Board-Unit bzw. durch Einbuchung im Internet oder an bundesweit 3600 Mautstellen-Terminals.

Letzte Schlupflöcher

Natürlich ließe sich die neue Bezahlstraße im Landkreis umfahren. Lkw, die Richtung Fürth unterwegs sind, müssten nach der Zenntalbrücke via Langenzenn-Nord/Wilhermsdorf abzweigen, von Fürth kommend gibt es ein letztes Schlupfloch bei Oberfürberg. Eichler und Schwarz indes glauben nicht, dass Firmen ausweichen, um sich die Maut zu sparen. Denn, so Schwarz: „Die Unternehmer rechnen ja gegen. Wenn ihr Lkw aber auf Kreisstraßen und durch Ortschaften fährt, dann steigen die Spritkosten und der Fahrer ist länger unterwegs.“ 

BIRGIT HEIDINGSFELDER

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