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Dienstag, 23.10.2018

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Langenzenn: Kinder entdecken Schätze der Natur

Großer Andrang beim Walderlebnistag - 12.10.2018 16:00 Uhr

Wie viel das abgesägte Stück Holz wohl wiegt? Wenn Mutter und Sohn richtig geschätzt haben, kommen sie auf 500 Gramm und sind damit Sägemeister — nur ein Angebot von vielen beim Walderlebnistag. © Foto: Petra Fiedler


Von wegen herbstliche Stille im 20 Hektar großen Spitalwald. Kaum ist es Mittag, machen sich bunte Scharen auf den rund 1,5 Kilometer langen Rundweg, der eigens für den Walderlebnistag angelegt wurde. Aktivitäten an 13 Stationen schicken Kinder und Eltern auf eine Reise durch den Forst, dessen gefärbtes Laub an diesem Nachmittag in der Sonne leuchtet und doch mit diesem Goldrausch den bevorstehenden Winter ankündigt.

Weil es noch angenehm mild ist, kommen die Besucher in Massen. Bei Revierförster Raymund Filmer dürfen Kinder mit Hilfe der Eltern gleich mal ihre Kraft testen. Ritsch-ratsch: Die Sägen gleiten durch die Holzstämme. Wer kann wohl am besten schätzen, wie lang das abgesägte Stück sein darf, damit es ein Pfund Gewicht auf die Waage bringt?

Bei Jäger Rainer Hornung geht es um die Bewohner des ansonsten stillen Waldes. Sie anhand der Geweihstangen als Hirsch, Damwild oder Reh zu identifizieren, ist eine der Aufgaben. "Wem aber gehörte diese blutige Decke?", fragt Hornung außerdem. Decke ist im Jägerlatein für das Fell eines Tieres, erklärt der Jäger. In diesem Fall gehörte sie einem im Straßenverkehr verunglückten Biber.

Was sich die Eltern vom Walderlebnistag wünschen, ist schnell gesagt. Michaela Röder ist mit Freundinnen und einer sechsköpfigen Kinderschar aus Wilhermsdorf gekommen. "Viel erleben sollen die Kinder", meint die junge Mutter und ergänzt mit einem Augenzwinkern: "Damit sie abends wie tot ins Bett fallen und einfach durchschlafen."

Der Wunsch könnte durchaus in Erfüllung gehen. Denn für die 13 Stationen brauchen die großen und kleinen Waldwanderer mindestens drei Stunden. Wer noch dazu in die Bäume klettert, Lehmgesichter aus Ton formt, mit Naturmaterialien bastelt oder Stockbrot am Lagerfeuer brät, ist irgendwann müde.

50 Helfer aktiv

Es ist ein vitales Bündnis aus Vereinen, Schulen, Kindergärten und Einrichtungen der Stadt Langenzenn, die den Walderlebnistag stemmen. Hauptorganisatoren sind Ulrike Ringel vom Naturamt der Stadt Langenzenn und Raymund Filmer vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Fürth. An die 50 Helferinnen und Helfer bieten sie für diesen Tag auf.

Was man sich unter der "Regionalen Bildungslandschaft Wald Langenzenn" vorstellen kann, erklärt Filmer: "Wir schließen den Kreis vom Hort bis zur Schule, vom Bund Naturschutz über die Kirchengemeinden bis zum Runden Tisch Umweltbildung im Landkreis Fürth." Alle, die Kindern den Zugang zur Natur ermöglichen wollen, sind angesprochen.

Immerhin unterstützt die Stadt Langenzenn mit einem Zuschuss von etwa 3000 Euro den jährlichen Walderlebnistag. Für Ulrike Ringel und Raymund Filmer gut angelegtes Geld.

Unter den 500 Besuchern ist auch Thorsten Will. Er ist begeistert vom Angebot: "Meine Kinder sollen den Wald erleben dürfen, Pflanzen und Tiere kennenlernen." Das tun sie dann auch gleich am Stand vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Hier stehen aber nicht die Rehe, Hasen, Vögel oder Fledermäuse im Mittelpunkt. Es geht um einen kleinen Feind, der den Wald in große Gefahr bringt. Unterm Mikroskop nehmen die Mädchen und Buben den Borkenkäfer in Augenschein. Die Botschaft: Ein intakter Wald ist keine Selbstverständlichkeit mehr. 

Petra Fiedler

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