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Langenzenn: Management für die Generation 50 plus

Vertreter aus Oberasbach und Markt Erlbach erläutern ihre Konzepte - 14.04.2017 06:00 Uhr

Auch ein Repair-Café ist ein Projekt des Quartiersmanagements in Oberasbach. Unser Bild entstand beim Repair-Café in der Fürther Kofferfabrik. © Hans-Joachim Winckler


In Oberasbach und Markt Erlbach gibt es schon solche Konzepte. Vertreter aus diesen beiden Kommunen kamen deshalb nach Langenzenn, um ihre Erfahrungen vorzustellen. Nicht nur die Betreuung und Begleitung der Generation 50 plus soll durch ein Quartiersmanagement gesichert werden, sondern es ist gewünscht, alle Altersgruppen einzubeziehen. Einzelne Stadtviertel und Außenorte könnten auf diese Weise wieder belebt werden.

Überparteiliche Beschlüsse

In Oberasbach hat alles mit einem Stadtentwicklungskonzept begonnen. "Auf Grundlage dieses Konzeptes haben wir den ersten Bedarf festgelegt", erklärte Oberasbachs zweiter Bürgermeister Norbert Schikora den Langenzennern. "Die Beratungen und Beschlüsse liefen bei uns überparteilich und wir sind wirklich froh darüber, dass wir das so gestemmt und umgesetzt haben."

Gerade im Bereich Bauen und Wohnen sah Oberasbach Handlungsbedarf. Ein Ziel ist es, dass ältere Menschen so lange wie möglich in ihren eigenen vier Wänden bleiben können. Angestrebt wird auch, dass Häuser, die für die älteren Bewohner zu groß geworden sind, an junge Familien verkauft werden. Das Quartiersmanagement solle in diesen Lebenslagen Beratung und Vernetzung anbieten, erläuterte Schikora. "Die Rückmeldungen aus der Bevölkerung waren durchgehend positiv und die Betroffenen bringen Ideen ein und wünschen sich, dass das Angebot weiter besteht", berichtete er.

Die Stelle der Quartiersmanagerin wird in Oberasbach für die ersten drei Jahre zu 70 Prozent von der Deutschen Fernsehlotterie bezahlt, den Rest übernimmt die Diakonie als Träger des Angebots. Für die Sachkosten kommt die Stadt auf. Eine Ausweitung der Förderung auf fünf Jahre ist möglich.

Renate Schwarz, die derzeit einzige Quartiersmanagerin im Landkreis Fürth, sieht sich vor allem als "Kümmerin". Schwerpunkt ihrer Tätigkeit sei die Beratung für Wohnungsanpassungen, Freizeitgestaltung oder ambulante Pflege. 20 Stunden in der Woche arbeitet Schwarz dazu im Bürgerinfotreff am Rathaus. Die Quartiersmanagerin kommt aber auch zu Leuten nach Hause, wenn dies gewünscht ist.

In Markt Erlbach heißt die Quartiersmanagerin Stefanie Mandel. Sie sieht sich mehr als Bindeglied denn als Beraterin. "Wir hatten schon ein großes Netz an Vereinen im Ort, ich habe mich dann um die Zusammenarbeit und neue Angebote gekümmert", erklärte Mandel. Ein Projekt, das sie gestartet hat, organisiert einen gemeinsamen Mittagstisch. Dabei kochen Ehrenamtliche das Essen für Senioren, die zwischen 3,50 und 4,50 Euro dafür zahlen, erläutert Mandel. "Danach gibt es immer noch ein kleines Quiz."

Sportliche Senioren

Auch der Sport kommt in Markt Erlbach nicht zu kurz. Die Vereine haben sich unter dem Motto "Wer rastet, der rostet" Angebote speziell für Senioren ausgedacht. So bietet die DLRG einmal im Monat ein Seniorenschwimmen an.

Auch eine Taschengeldbörse wurde in Markt Erlbach organisiert. Jugendliche erledigen dabei gegen ein Taschengeld Aufträge älterer Bürger, wie beispielsweise das Einkaufen.

"Ganz wichtig ist es, am Anfang einen Pool an Ehrenamtlichen zu schaffen", sagt Stefanie Mandel. "Ohne die Arbeit der Freiwilligen wären viele der Angebote schlicht nicht möglich."

Wie Markt Erlbachs Bürgermeisterin Birgit Kreß zusammenfasst: "Wir haben 32 Ortsteile, da sind schon die Strukturen vorhanden, aber die Vernetzung fehlte. Mittlerweile stehen wir aber gut da, bloß ein Bürgerbus wie in Langenzenn fehlt uns noch."

Die Förderung des Quartiersmanagements kann nicht direkt an die Stadt gehen, sondern ist daran gebunden, dass eine gemeinnützige Organisation als Träger eingesetzt ist. In Oberasbach ist das das Diakonische Werk Fürth, in Markt Erlbach die Awo.

Im Sommer wird im Landkreis eine Seniorenbefragung stattfinden, an der sich Langenzenn beteiligen will. Die Kosten für Befragung und Datenauswertung belaufen sich auf 2600 Euro. Damit hätte die Zennstadt dann Zahlen, anhand derer ein Konzept entwickelt werden kann. 

SIMON SCHÜBEL

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