Donnerstag, 15.11.2018

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Langenzenn probiert es mit einer Kinderfeuerwehr

Brandschützer brauchen dringend Nachwuchs - 09.03.2018 06:00 Uhr

Wir sind die Langenzenner Kinderfeuerwehr: Thomas Leierseder (rechts) und Florian Höpfert (links) mit ihrer jüngsten Belegschaft. © Foto: Andreas Losert


Kommandant Thomas Leierseder und Vereinsvorsitzender Florian Höpfert erklären, was dahintersteckt und was sie sich von dem Vorhaben erhoffen.

Im vergangenen Sommer wurden die Kinderfeuerwehren im bayerischen Landesfeuerwehrgesetz verankert. Haben Sie sich erst danach mit dem Thema beschäftigt?

Thomas Leierseder: Eigentlich tun wir das schon länger, über ein Jahr, nachdem Stefan Krach, der Leiter unserer Jugendfeuerwehr, mit der Idee auf uns zugekommen war. Wir wollten vor dem Startschuss klären, was zu beachten ist. Wie stehen die Aktiven dazu? Haben wir genügend Betreuer und einen Raum? Und natürlich die Versicherungsfrage.

Florian Höpfert: Besonders die Frage, wie die Kinder versichert sind, war uns wichtig. Zudem mussten wir unsere Vereinssatzung ändern. Das konnte aber erst im Zuge der Jahreshauptversammlung heuer passieren.

 

Warum überhaupt eine Kinderfeuerwehr? Immerhin bedeutet das einen nicht unerheblichen Zeitaufwand.

Leierseder: Sicher. Aber gerade in Langenzenn ist das Freizeitangebot angesichts von rund 150 Vereinen sehr groß. Zur Jugendfeuerwehr darf man ab zwölf Jahren. Da spielen aber viele Kinder schon längst Fußball oder Basketball. Da tut man sich schwer, noch jemanden zu gewinnen. Bei uns lief das meist über Mund-zu-Mund-Propaganda.

 

Nicht nur in Oedenreuth und Anwanden-Lind, sondern auch in Deutenbach gibt es eine Kinder-Feuerwehr. Haben Sie sich da mal erkundigt, wie es läuft und was Sie erwartet?

Leierseder: Wir waren bei der Feuerwehr in Herzogenaurach, das ist mit der Größe unserer Wehr gut zu vergleichen. Die haben sehr viele Kinder, ungefähr 20. Da haben wir geschaut, wie es so läuft und was wir brauchen.

 

Sicher doch auf jeden Fall pädagogisch geschulte Fachkräfte. Wie sieht es aus?

Höpfert: Über die Jugendfeuerwehr haben wir Kontakt zu einer Erzieherin im Kindergarten, die hat gleich noch eine Kollegin gefragt, die auch mitmacht. Außerdem haben wir bei unseren Aktiven einen Erzieher, der also auch das feuerwehrtechnische Wissen vermitteln kann.

 

Angesichts Ihrer Vorbereitungen haben Sie vermutlich auch schon genügend Kinder, oder?

Leierseder: Bei unserem Tag der offenen Tür im vergangenen Sommer haben wir an einem Stand über das Vorhaben informiert, da waren etwa 20 Kinder da. Einige haben gleich gefragt, wann es losgeht.

 

Und wann geht es los?

Leierseder: Die Gruppe hat sich schon zum ersten Mal getroffen, Termin ist immer der erste Samstagnachmittag im Monat. Wir haben einen Raum im Feuerwehrhaus, den uns die Stadt überlassen hat, mit kindgerechten Möbeln aus der Grundschule eingerichtet. Die Gruppe soll nicht mehr als 15 Kinder haben, lieber zehn, es soll sich Stück für Stück entwickeln.

Höpfert: Wir nehmen Kinder allerdings erst ab acht und nicht schon ab sechs Jahren, was eigentlich möglich wäre.

 

Warum das?

Höpfert: Zum einen ist die Feuerwehr in diesem Alter Thema in der Schule, in der 3. Klasse. Da geht es unter anderem um Fragen, wie setze ich einen Notruf richtig ab. Außerdem ist dann auch die Zeit bis zur Jugendfeuerwehr nicht zu lange, die die Kinder überbrücken müssten.

 

Das war dort doch schon bisher das Thema, die Jugendlichen bei Laune zu halten, bis sie dann mit 18 Jahren richtig bei den Aktiven mitmachen dürfen. Das dauert jetzt noch länger.

Leierseder: Bei den Kindern geht es nicht darum, sie mit feuerwehrtechnischen Dingen zu beschäftigen. Wir führen sie spielerisch an das Thema heran. Außerdem gibt es keinen Automatismus, von der Kinder- in die Jugendfeuerwehr aufzurücken. Immer wichtiger wird dort, ob jemand, etwa auch gesundheitlich, später einmal für den aktiven Dienst geeignet ist. Schließlich kann man sich den Einsatz nicht aussuchen.

 

Und was machen Sie mit den Kindern?

Leierseder: Beim ersten Treffen haben sie Namensschilder gemalt und sich kennengelernt. Wir haben ihnen erklärt, wie sie sich im Feuerwehrhaus zu verhalten haben. Jetzt werden wir mit ihnen Garderobenbretter basteln, jeder Feuerwehrmann braucht einen Platz für seine Kleidung. Sie werden mal bei einer Übung der Jugendfeuerwehr zuschauen. Wir haben uns schon einiges überlegt.

 

Ist die Gruppe schon voll?

Höpfert: Schnuppern darf am Samstag jeder mal. Wir müssen sehen, wie sich die Sache entwickelt. Und wir haben gerne eine volle Warteliste bei der Kinderfeuerwehr. 

Interview: HARALD EHM

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