Freitag, 16.11.2018

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Langenzenner Borchert-Gymnasium testet faire Bälle

Der Landkreis hat vor, seine Schulen komplett damit ausstatten - 14.09.2018 17:00 Uhr

Die Fünftklässler unterzogen die neuen Bälle in der Aula des Gymnasiums Langenzenn gleich einer ersten Belastungsprobe. © Foto: Thomas Scherer


Ein Großteil der hierzulande erhältlichen Bälle wird vorwiegend von Kindern in Pakistan gefertigt – und das meist unter schrecklichen Bedingungen. Mickrige Löhne und vor allem der oft kaum vorhandene Arbeits- und Gesundheitsschutz sind das eine Problem, der fehlende Zugang zu Bildung das andere. Denn wer in der Fabrik schuftet, kann keine Schule besuchen.

Hier setzt der faire Handel an, mit existenzsichernden Löhnen und guten Arbeitsbedingungen. Im Fürther Land sieht man sich in der Verantwortung. Als einziger Landkreis in der Europäischen Metropolregion Nürnberg, die weit über die Grenzen des Großraums hinausgeht, ist man 2016 offiziell als Fairtrade-Landkreis ausgezeichnet worden.

"Mit Beginn des neuen Schuljahres starten wir einen Test-Betrieb für die Sportbälle. Bewähren sie sich im Alltag, sollen in den Schulen langfristig ausschließlich fair gehandelte Bälle zum Einsatz kommen", versprach Landrat Matthias Dießl den Schülern der 5. Klassen in der Aula des Gymnasiums.

Der Impuls dafür kam aus München, wie Frank Braun, Promotor des Eine-Welt-Netzwerks Bayern und Sprecher des Initiativkreises Faire Metropolregion, den FN vor kurzem sagte. Seit 2014 ordert die Landeshauptstadt pro Jahr 2000 Bälle mit Fair-Trade-Siegel für ihre Schulen. Auch in der Metropolregion will man zunehmend auf fair produzierte Artikel setzen.

Zwei Hersteller

Während die Stadt Fürth gerade die Kriterien Fairness und Nachhaltigkeit in ihren Vergaberichtlinien zur Beschaffung verankert, haben Neumarkt, Amberg, Bamberg und die Kreise Nürnberger Land und Fürth bisher je 30 bis 50 individualisierte Bälle bestellt. Bundesweit bieten zwei Firmen faire Bälle an, so Braun: Bundesliga-Ausrüster Derbystar unter anderem und BadBoyz (Nürnberg) ausschließlich.

Der Landrat hatte bei seinem Besuch aber nicht nur faire Bälle dabei. Für die neuen Fünftklässler gab es eine besondere Überraschung. Sie konnten sich über ein kleines Schulstartpaket freuen. Darin enthalten sind ein Lineal aus Recyclingkunststoff, ein fair gehandelter Schokoriegel und ein CO2-neutral gedrucktes Lesezeichen, das die Kampagne "Schulstart mit dem blauen Engel", dem bekannten Umweltzeichen, unterstützt.

Und das ist nur der Anfang: Heuer beginnt das Projekt "Nachhaltiger Schulstart". Dabei verteilen die Fairtrade-Beauftragte Monika Hübner und die Klimaschutzmanagerin Tamara Moll an alle rund 800 neuen Fünftklässler der weiterführenden Schulen unter Trägerschaft des Landkreises diese kleinen Pakete. 

ts, hbi

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