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Die Beteiligung der Bürger war zuvor vom Stadtrat in die Wege geleitet worden, der zu diesem Zweck auch ein technisches Gutachten in Auftrag gegeben hatte. Was die Gutachter anschließend im Detail erläuterten, führte Stadtwerksleiter Ralph Lamprecht den Bürgern zunächst mit einer Videopräsentation vor Augen: Am Hallenbad besteht dringender Sanierungsbedraf.
Wollte die Zennstadt das Bad erhalten, müssten sofort 1,6 Millionen Euro in die altersschwache und teils bereits marode Technik investiert werden. Weitere 2,7 Millionen Euro müssten mittel- und langfristig folgen – günstigstenfalls: Denn, wie die Gutachter betonten, über den Zustand der Bausubstanz an sich hätten noch keine Aussagen getroffen werden können.
Aufgrund der auch in der Präsentation deutlich sichtbaren Durchsickerungen aus dem Schwimmbecken in die Kellerräume sei es aber wahrscheinlich, dass der Beton und dessen Armierungen zusätzlich saniert werden müssten. „Erfahrungsgemäß treten bei einer Sanierung weitere Mängel zutage“, so die Einschätzung von Bürgermeister Jürgen Habel.
Demgegenüber würde der Neubau eines „Standard“-Bades etwa vier Millionen Euro kosten. Wesentlicher Vorteil: Ein nach modernen Energievorschriften errichtetes Bad würde das chronische Defizit verringern helfen, das der Bädertrieb den Stadtwerken bereitet. Im vergangenen Jahrzehnt waren das pro Jahr im Schnitt rund 347000 Euro. Bei dem Zuschuss-Betrieb wird es laut Stadtwerkschef Lampert aber auch in Zukunft bleiben: Das Bad diene einem öffentlichen Auftrag, vornehmlich als Sportstätte für Schulen und Vereine, und habe daher „eine wesentlich schlechtere Erlösstruktur als Spaßbäder“.
Andererseits, so Bürgermeister Habel, dürfe die Zennstadt deshalb bei einem Neubau aber auch mit staatlichen Fördermitteln in Höhe von rund einer Million Euro rechnen. Ob Verluste dann in dem bisherigen Umfang aber von den Stadtwerken steuerlich geltend gemacht werden können, sei ungewiss.
Für eine Neubau-Lösung gibt es in Langenzenn offenbar nicht nur im Rathaus eine breite Mehrheit: Bei einer Probeabstimmung während der Bürgerversammlung gab es gerade mal eine Stimme für die Sanierung des bestehenden Gebäudes.
Dies hätte, worauf beispielsweise TSV-Vorstand Roland Schwarzott hinwies, für die Bürger den Vorteil, dass der Betrieb des alten Bades während der Bauarbeiten weiterlaufen könnte — vorausgesetzt, der Neubau entstünde nebenan oder vielleicht sogar an einem ganz anderen Standort.
Dabei gäbe es allerdings ein Problem mit dem Sportkegelverein, der in Absprache mit der Stadt vor einigen Jahren seine gesamte Infrastruktur am alten Hallenbad angesiedelt und dort dafür mehrere Hunderttausend Euro investiert hatte.
Für Heiterkeit sorgte in dem Zusammenhang ein Angebot der Nachbargemeinde Wilhermsdorf: Wenn das neue Bad „mindestens in Heinersdorf“ errichtet würde, sei der Gemeinderat bereit, über eine Beteiligung zu verhandeln, berichtete Habel über den Stand der Bemühungen, Nachbar-Kommunen mit ins Boot zu nehmen.
Aus der Langenzenner Bürgerschaft kam der Wunsch, bei der Planung des neuen Bades darauf zu achten, dass es — im Gegensatz zum alten — für Familien mit kleinen Kindern attraktiver würde. Entsprechende Mehrinvestitionen, so argumentierte Habel, würden sich langfristig auszahlen: „Wer als Kind ins Hallenbad geht, kommt auch als Erwachsener.“
Ins Spiel gebracht wurde auch die Möglichkeit eines Bürgerfonds zur Finanzierung bei anschließender Gewinnbeteiligung. Bürgermeister Habel konnte sich mit diesem Vorschlag durchaus anfreunden, allerdings sei dieser nur insoweit realistisch, „wenn wir so weit investieren, dass das Bad in den grünen Bereich kommen kann.“
Mit diesen und anderen konzeptionellen Fragen – wie etwa derjenigen, ob Langenzenn tatsächlich einen Dreimeterturm für eine Million Euro braucht — wird sich in Zukunft ein zwölfköpfiges sogenanntes „Nutzergremium“ befassen, das dem Stadtrat bis etwa Ende Herbst dieses Jahres einen Beschlussvorschlag erarbeiten soll. Dem Gremium sollen Vertreter der Schulen, der Vereine, der Bürgerschaft und der Stadtverwaltung angehören.



