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Mittwoch, 19.09.2018

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Langenzenns kunterbunte Hüttenstadt

Kinder griffen zu Säge und Hammer - 11.09.2018 13:00 Uhr

Der Bau der Hütten verlangt auch Maximilian einiges ab. Vor allem muss man mit Werkzeugen umgehen können. Foto: Fiedler


Es klopft und hämmert auf dem Bolzplatz hinter dem Jugendhaus. Kinder, meist im Alter von acht bis zwölf Jahren, wuseln zwischen Paletten, Holzplatten, Kisten oder ausgedienten Kabelrollen umher. Schon der Blick über den Bauzaun, der das Gelände sichert, zeigt: Hier herrscht keine Langeweile.

Vor Ort sind auch Sebastian Wartha und Julia Eberlein vom Jugendhaus der Stadt sowie Gritt Eißler, die fürs Landkreis-Spielmobil verantwortlich ist. Den Pädagogen merkt man an, dass sie voll hinter dem Projekt stehen: "Es geht darum, dass Kinder unter möglichst wenig Einflussnahme eigene Ideen umsetzen."

So eine Hütte aus Paletten, Brettern und Planen soll immerhin so stabil und wetterfest sein, dass auch eine Nacht darin kampiert werden kann. Ihr Bau verlangt den Kindern einiges ab. Sie müssen sich Gedanken machen, wie die Hütte aussehen soll, welche Teile Verwendung finden und vor allem müssen sie den Umgang mit den Werkzeugen erlernen. Besonders wichtig sei, so Eißler, dass sie mit anderen Kindern ein Bauteam bilden und sich absprechen.

Richtig platt am Abend

Wartha hat in dieser Woche schon so manche Fachsimpelei erlebt. Schmunzelnd erzählt er, wie ganz geschäftig nach dem Fuchsschwanz oder dem Zimmermannshammer verlangt wird: "Richtigen Baustellen-Slang kann man da hören." Dass die jungen Architekten und Zimmerleute beim Bau der Hüttenstadt körperlich und mental gefordert sind, hat Julia Eberlein beobachtet: "Am Nachmittag sind die Kinder richtig platt." Das bestätigen auch die Eltern, die von gut ausgelasteten Sprösslingen berichten, die ohne Wiederworte ins Bett geschickt werden können.

60 bis 70 Kinder aus Langenzenn, aber auch aus anderen Kreisgemeinden sind jeden Vormittag mit dem Bau der Hütten beschäftigt gewesen. Nachmittags kamen nochmals 50 dazu, um das Spielmobil zu besuchen. "Das ist eine Art mobiler Spielplatz", beschreibt Grit Eißler ihr Gefährt. Und auch ums Spielmobil herum geht es darum, Kinder zu eigenen Spielideen und neuen Wegen zu ermutigen.

"Kinder machen nichts falsch": Grit Eißler ist es wichtig, dass beim Bau dieser Hütten, deren Aussehen zwischen Piratennest und Villa Kunterbunt liegt, nur die Kreativität, das Miteinander und die eigene Erfahrung zählen: "Wir greifen nur ein, wenn Gefahr im Verzug ist."

Und es geht nicht ohne Disziplin und Eigenverantwortung. Dazu erzählt Wartha, wie das Baubüro funktioniert: "Da wird ein richtiger Bauantrag gestellt, mit allem, was dazu gehört." Dann gibt es noch den Baupass.

Wichtige Stempel

Nur wer mit den Stempeln darin nachweisen kann, dass er an drei der vier Baustellentage anwesend war, darf in der letzten Nacht in seiner Hütte übernachten.

Was mit der Hüttenstadt am Ende geschieht? "Sie wird wieder in ihre Einzelteile zerlegt", berichten die Erzieher. Es sei denn, die Hütte soll in den heimischen Garten umziehen. Es gibt erste Familien, die das Bauwerk des Sprösslings stolz ins eigene Domizil umsiedeln werden. 

Petra Fiedler

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