Mittwoch, 17.10.2018

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Leise ruft der Tod im Langenzenner Rathaus-Hof

Hans-Sachser haben für 2018 Neufassung des "Jedermann" an neuem Ort geplant - 17.12.2017 15:57 Uhr

Das Stück ist bekannt, aber doch ganz anders. Das versprechen Gabriele Küffner und Klaus Roscher, die schon mal an dem Ort stehen, an dem der Jedermann im Juni zu sehen sein wird. © Foto: Sabine Rempe


Er ist ihnen vertraut, dieser Jedermann. Klaus Roscher, Chef der Hans-Sachser, überlegt: "Wir haben ihn 2006 hier auf dem Marktplatz gespielt, in den beiden folgenden Jahren waren wir damit in Fürth im Rathaus-Hof und 2011 gab es dann noch einmal Aufführungen auf dem Langenzenner Martin-Luther-Platz." Eine Inszenierung, die die Zuschauer begeisterte und nach der immer wieder gefragt wird.

"Wir bekommen so oft zu hören, ob wir das noch einmal spielen können, dass wir uns für kommendes Jahr tatsächlich dafür entschieden haben", sagt Roscher. Nun hat Rudolf Kelchner eine neue Bearbeitung des Erfolgsstücks abgegeben. Wieder wird fränkisch gesprochen, Gabriele Küffner inszeniert.

Näher am Zuschauer

Doch damit haben sich die Gemeinsamkeiten mit der Erstauflage aus der Hand der Hans-Sachs-Spielgruppe im Grunde schon erschöpft. "Wir werden in der Jetztzeit spielen", verrät Gabriele Küffner. Die Regisseurin macht klar: "Die Geschichte wird diesmal in einer Art Rückblick aufgerollt, dieser Jedermann rückt damit noch näher an die Zuschauer heran."

Leicht tut sie sich mit dieser Figur nicht. Der Mann, der dank Instant-Bekehrung kurz vor seinem Tod mit sich und der Welt ins Reine kommt, ist für sie einerseits ein Klischee, plakativ ist die ganze Sache ohnehin. Dazu kommt aber auch, dass "uns heute als Gesellschaft viel abhanden gekommen ist, was im Stück als selbstverständlich vorausgesetzt wird". Bestes Beispiel dafür sei "diese selbstlose Form von Mitmenschlichkeit, die nicht bloß für die jeweils passenden Gelegenheiten aufgesetzt wird".

Kaum weniger kritisch, so Küffner, ist es um unseren Glauben an das Fantastische bestellt. "Das ist uns eigentlich völlig abhanden gekommen, stattdessen erschlägt uns die Realität." Geblieben ist uns allerdings die Unausweichlichkeit der letzten Fragen: "Am Ende geht es im ,Jedermann’ ja darum, wie man sich am besten von dieser Welt verabschiedet . . ."

Bühne beim Brunnen

Gespielt wird diesmal an einem Ort, der noch nie solches Theater gesehen hat: "Wir werden im Langenzenner Rathaus-Innenhof auftreten", verrät Klaus Roscher. Gut 250 Zuschauer können auf Tribünen untergebracht werden, die Bühne wird beim Brunnen in der zentralen Rasenfläche errichtet.

Der Künstler Norbert Madsius hat bereits das Plakat gestaltet, das auf den ersten Blick deutlich werden lässt, worum sich alles dreht.

Seit wenigen Tagen sind nun auch die Rollen verteilt. Den Jedermann übernimmt wieder Werner Dröge, der auch in der vorangegangenen Inszenierung die Titelpartie stemmte. Rudolf Kelchner, Autor beider Neubearbeitungen, ist der Teufel. Klaus Roscher kommt als Spezi ins Spiel, Lena Goos als Buhlschaft. Mit dabei sind unter anderem auch Rainer Ströbel (Tod), Willi Monzer (Zaster) und Felix Reimann, der als Luther zu sehen war und nun den "armen Schlugger" darstellen wird.

Rund 60 Personen werden wieder mitwirken. Für Hans-Sachser-Vorstand Klaus Roscher ein fast schon unglaublicher Einsatz: "Die ,Luther’-Aufführungen in diesem Jahr waren für alle Beteiligten enorm anstrengend und kräftezehrend. Das wäre zumindest kein Wunder gewesen, wenn einige gesagt hätten: 2018 mache ich mal eine Pause." Doch die Begeisterung ist ungebrochen: "Nahezu alle wollen auch in der kommenden Saison wieder mitwirken."

ZDie Premiere des fränkischen "Jedermann" von der Hans-Sachs-Spielgruppe wird am 8. Juni im Rathaus-Innenhof über die Bühne gehen. Karten gibt es bereits jetzt zum Beispiel auf dem Langenzenner Weihnachtsmarkt an diesem Sonntag. Dort gibt es auch Geschenkgutscheine sowie DVDs und CDs von "Luther". Mehr auf der Internetseite www.hans-sachs-spiele.de 

SABINE REMPE

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