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Donnerstag, 13.12.2018

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LEZ-Förderer ist vom Ergebnis angetan

Staatssekretär schaute sich an, wie die sechs Millionen aus seinem Haus investiert wurden - 11.08.2018 10:00 Uhr

Vorbildcharakter attestierte Bau-Staatssekretär Florian Pronold, hier im Geburtshaus an einer der zahlreichen Hörstationen, der Ausstellung im LEZ. © Foto: Hans-Joachim Winckler


Finanzielle Unterstützung des Bundes für das Gedenken an den in Fürth geborenen Ludwig Erhard? Den sogenannten Vater der sozialen Marktwirtschaft und Ex-Kanzler der CDU? Florian Pronold, Ex-Chef der Bayern-SPD, gibt im Gespräch mit den FN zu: Als Fürths Oberbürgermeister, sein Parteifreund Thomas Jung, zum ersten Mal mit diesem Anliegen bei ihm vorstellig wurde, schoss ihm durch den Kopf: "Gibt’s für einen SPD-Vertreter in der Regierung nicht Wichtigeres?"

Schnell aber habe er sich von der Bedeutung des Vorhabens und insbesondere von dessen Gewicht für Fürth überzeugen lassen. Gerade recht kam ein neues Bundesprogramm, das gezielt städtebauliche Projekte von besonderer nationaler Bedeutung fördert. Das Fürther LEZ trat an und erhielt die höchste Einzelsumme im Jahr 2014, stolze sechs Millionen Euro – dank einer überzeugenden Bewerbung, so Pronold, der Vorsitzender der Auswahl-Jury war.

"Gut angelegtes Geld" sei das, stellte der Passauer nun nach seiner Besichtigung des insgesamt 18 Millionen Euro teuren Komplexes hinter dem Rathaus fest. "Echt toll" finde er die Ausstellung über Leben und Wirken Ludwig Erhards und zur Zeitgeschichte, die sich vom Geburtshaus in den Neubau gegenüber erstreckt. Sie könne dank ihrer multimedialen, stark auf visuelle Reize setzenden Ausrichtung Vorbildcharakter für Museumsprojekte haben.

Von "Weltstadtniveau" gar schwärmt Oberbürgermeister Thomas Jung. Seit der Eröffnung habe er beobachtet, dass die zuvor sehr präsente Kritik an der abweisenden Architektur der Begeisterung über die Inhalte gewichen sei.

Wie berichtet, sprechen auch die bisherigen Besucherzahlen dafür, dass das LEZ gut angenommen wird. Nach Angaben der federführenden Stiftung Ludwig-Erhard-Haus haben in den ersten vier Wochen nach der Eröffnung Mitte Juni bereits rund 3500 Menschen – weit mehr als erwartet – die Ausstellung besucht, darunter viele Schulklassen.

Mit Blick auf die heftig umstrittene Architektur des modernen Neubaus plädiert Pronold für Geduld. Oft zeige sich "erst nach 20 Jahren", ob ein Gebäude akzeptiert wird oder nicht. Er selbst findet es positiv, dass man in Fürth "nicht versucht hat, zu historisieren". Das Ergebnis sei ein "vertretbares und gelungenes Zusammenspiel" zwischen dem historischen Erhard-Geburtshaus und dem Neubau.

Von Montag, 13 . August, bis zum 27. August muss das LEZ wegen "technischer Anpassungen", so die Begründung, noch einmal schließen 

WOLFGANG HÄNDEL .

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