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Locker in Geist und Gelenken

Kostenlose Übungsstunde bei «Qigong im Park» - Sanft ins Schwitzen kommen - 20.07.2009

Kraft ist nicht entscheidend: Wenn Ralf Jakob mitten in der Natur Qigong-Übungen - unser Bild zeigt ihn und Teilnehmer 2008 in Puschendorf - anleitet, geht es vor allem um ungebremsten Energiefluss und die Gelenkigkeit. Archiv-Foto: Esterl


Herr Jakob, Sie leiten den bundesweiten Arbeitskreis «Qigong mit älteren Menschen». Wann fängt älter denn an?

Jakob: Um niemanden zu beleidigen: Manche sind mit 80 Jahren noch sehr rüstig, andere können mit 50 nicht mehr laufen. In meinen Kursen sind 70 Prozent der Teilnehmer über die 50 hinaus.

Warum eignet sich für sie Qigong besonders?

Jakob: Weil es sanfte Bewegungen sind, die jeder machen kann. Sie sind keineswegs anspruchslos: Man muss Bewegungsabläufe innerlich vorwegnehmen, sich auf rechts und links konzentrieren. Viele Junge haben da wenig Geduld.

Ganz typisch ist, dass mit zunehmendem Alter die Muskeln schwinden. Müssten Ältere da nicht eher ins Fitness-Studio gehen?

Jakob: Gegenfrage: Was nutzen einem Muskelprotz seine dicken Pakete, wenn er seine Gelenke nicht mehr bewegen kann? Qigong setzt auf Dehnungen, auf sanfte Bewegung und Beweglichkeit - statt auf 20 Wiederholungen. Ich kann Ihnen sagen: Ich bringe meine Leute auch zum Schwitzen und die Muskeln werden nebenher trainiert.

Können Sie eine typische Übung beschreiben?

Jakob: Erde-Himmel-Mensch ist eine schöne. Man steht aufrecht, lässt die Finger hängen und hebt sie bis zum Nabel, bevor sie wieder zur Erde fallen. Als nächstes werden die Hände über den Kopf zum Himmel gehoben, bevor sie seitlich nach unten sin- ken. Der Mensch hebt die Arme zur Brust an, streckt sie nach vorn und öffnet sie weit nach außen. Das ist gut fürs Herz - und das kann man bei dem Wetter gut gebrauchen. Hängende Schultern und hängende Köpfe gibt es bei uns übrigens auch nicht.

Nicht nur fehlende Kraft, auch die nachlassende Balance macht alten Menschen zu schaffen. Was tun?

Jakob: Es gibt spezielle Übungen für die Füße und Beine, die auch Menschen machen können, die im Rollstuhl sitzen. Im Altenheim in Veitsbronn, wo ich regelmäßig bin und Qigong-Übungen anleite, berichten die Pfleger, dass die Bewohner schon nach wenigen Wochen sicherer stehen und weniger sturzgefährdet sind.

Und wenn Bewegung schwer fällt?

Jakob: Empfehle ich: Denken Sie sich das, das wirkt auch. Nach wenigen Wochen können Menschen dann selbst die Arme höher über die Schultern heben. Im Qigong heißt es: Wo Gedanken sind, fließt die Energie.

Was erwartet die Teilnehmer der öffentlichen Übungsstunden?

Jakob: Wenn vor allem Anfänger dabei sind, beginne ich mit einer Abklopfübung. Sie folgt dem Meridianverlauf an Armen, Kopf, Beinen und dem Rumpf und aktiviert. Dann folgt eine Gelenklockerung, dass es nicht überall knackt. Zum Schluss kommt die Meisterübung, die Gegensätze verbindet. Oben und unten, links und rechts - und der Meister, unser Herz, steht dabei immer im Zentrum. Interview: GABI PFEIFFER

Qigong im Park: Jeweils Montag, 20. und 27. Juli, 19 bis 20 Uhr, Mittwoch 5. August, 18.30 bis 19.30 Uhr und Dienstag, 18. August, 18 bis 19 Uhr (Fred Hohner) im Stadtpark, Liegewiese beim Café Rodelbahn; Samstag, 27. Juli, 11 bis 12 Uhr, und Montag, 10. August, 19 bis 20 Uhr, in Puschendorf am Weiher vor dem Schützenhaus. 

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