Bei der Ausstattung hatten die Gymnasiasten auch selbst ordentlich mit Hand angelegt. In einer Projektarbeit haben die Mitglieder des Arbeitskreises Schülercafé ein neues Konzept ausgearbeitet. Dabei entstand die Idee, die veraltete Bartheke und die Küche durch neues Mobiliar zu ersetzen. Doch dies drohte an den Kosten zu scheitern, wie Direktor Herbert Schreiber einräumt.
In dieser Situation sprang die Steiner Schreinerei Lämmlein mit einer großzügigen Spende ein. Firmenchef Klaus Lämmlein bot an, Material und Arbeitszeit zu sponsern – unter einer Bedingung: die Gymnasiasten sollten ihn und seine Mitarbeiter tatkräftig unterstützen.
Die zögerten nicht und gingen auf das Angebot gerne ein. Und so wurde in den vergangenen Wochen und Monaten gemeinsam geplant, gezeichnet, gesägt und verleimt. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: In modernen Grün- und Grautönen verbreitet das runderneuerte Schülercafé beinahe Lounge-Atmosphäre.
Für Schreinermeister Lämmlein war es eine fruchtbare Zusammenarbeit für beide Seiten: „Die Jugendlichen haben gesehen, wie im Handwerk gearbeitet wird und dass man dort auch sehr wohl Hirnschmalz benötigt. Weil sie selbst daran mitgearbeitet haben, werden sie mit der Einrichtung schonender umgehen. Und nicht zuletzt konnten wir als ortsansässiger Betrieb vielleicht zukünftige Nachwuchskräfte werben“, so Lämmlein. Schließlich müsse nicht jeder Abiturient Akademiker werden.
Tatsächlich war es für die Gymnasiasten ein interessanter Blick in die Praxis – der erstaunliche Einsichten mit sich brachte. „Wir haben gemerkt, dass mathematische Dinge wie zum Beispiel Winkelberechnungen, die uns im Unterricht sinnlos erscheinen, wichtig und notwendig sein können“, meinte ein Mitglied des Arbeitskreises Schülercafé.
Ein tolles Gemeinschaftswerk und eine runde Sache für alle Seiten also, wie Schulleiter Schreiber betonte. So spendete nicht nur die Schreinerei Material und Arbeitszeit im Wert von 12000 Euro, auch ein ehemaliger Abiturjahrgang übergab seinen Überschuss der Abifeier von rund 900 Euro für das Schulcafé. Die restlichen Kosten für die Schadensbehebung und den Einbau der Küchenzeile samt Wasserspender in Höhe von 24000 Euro trägt der Landkreis.
Geöffnet ist das von den Mitgliedern des Arbeitskreises betriebene Schülercafé täglich in mindestens einer Pause. Für den Neustart nach der eineinhalbjährigen Zwangspause haben sich die Schüler bereits besondere Aktionen wie etwa eine Waffelwoche einfallen lassen. Außerdem wird der Arbeitskreis bei Schulveranstaltungen die gastronomische Versorgung übernehmen.



