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Marktführer ECE zeigt Interesse am Fürther City-Center

Das Tauziehen um den Einkaufstempel geht weiter - 24.06.2012 10:00 Uhr

Mitte Januar räumten viele Geschäfte das Center, um Platz für die angekündigte Modernisierung zu machen. Seitdem aber hat sich nichts getan, die Lage ist verfahren. © Hans-Joachim Winckler


„Etwas optimistischer“, als es den Tatsachen entspricht, sei die Lage in dem Schreiben dargestellt, sagte der bei ECE zuständige Projektmanager Jens Hintze den FN — und machte keinen Hehl daraus, dass eine derartige Benachrichtigung der Eigentümer mit seinem Unternehmen nicht abgesprochen war.

Fakt sei, dass ECE zwar „grundsätzliches Interesse hat, sich im City-Center zu engagieren“, und mit TKN eine „Einigung für den Fall erzielt hat, dass wir übernehmen“. Vorher aber seien intensive Prüfungen nötig — ob überhaupt und wann es so weit kommt, sei deshalb, so Hintze, „nicht zu prognostizieren“.

Weiterer Knackpunkt: ECE würde der Einfachheit halber am liebsten TKN ablösen und in den Kaufvertrag einsteigen, den das Unternehmen aus der Nähe von München im April 2011 mit den City-Center-Eigentümern geschlossen hat. Seitdem allerdings ist der vereinbarte Kaufpreis von 20 Millionen Euro nicht geflossen, weil TKN offenbar der Geldgeber abhanden gekommen ist.

Nach Lesart der Eigentümer ist der Vertrag deshalb seit dem 1. April 2012 ungültig, TKN folglich überhaupt nicht mehr handlungsbefugt. TKN-Chef Miro Vorbauer und seine Anwälte sehen das anders, für sie hat die Vereinbarung nach wie vor Bestand. Nun sei es jedoch nötig, den Vertrag noch einmal zu verlängern, um mit ECE zum Abschluss zu kommen, heißt es im jüngst versandten TKN-Schreiben.

Da freilich wollen die Eigentümer-Vertreter nicht mitspielen, macht der städtische Wirtschaftsreferent Horst Müller deutlich, der sich von Beginn an maßgeblich in den Verkaufsverhandlungen engagiert hat. Die Basis für eine Zusammenarbeit sei nicht mehr vorhanden, nachdem TKN „ein Jahr lang nichts zustande gebracht hat“.

Sichtbares Zeichen dafür: Im Januar wurden zwar große Teile des Centers mit seinen 26.000 Quadratmetern Verkaufsfläche zwecks angeblich bevorstehender Modernisierung geräumt, dem jedoch folgten keinerlei weitere Aktivitäten. Nur wenige Geschäfte harren seitdem aus, sie können ihre Verträge alle paar Wochen verlängern, bis sich die reichlich verworrene Lage geklärt hat.

Natürlich, betont Müller, würde man sich über ein Engagement des überaus potenten Unternehmens ECE freuen, das 183 Shopping-Center in Europa betreibt, darunter den City- Point und das Franken-Center in Nürnberg. Man wolle mit dem Hamburger Unternehmen aber lieber selbst verhandeln — ohne Beteiligung von TKN.

Auch dazu, sagt ECE-Vertreter Hintze, sei man natürlich bereit, obwohl man in seinem Haus „den Weg über TKN für besser und richtiger“ hielte — dem Vernehmen nach auch deshalb, weil er ECE die exklusive Option auf das Fürther Center sichern würde. Denn die 351 Noch-Eigentümer könnten im Fall einer entsprechenden Vereinbarung zwischen TKN und ECE vorerst nicht mit anderen Kaufinteressenten verhandeln. Wie es weitergeht, darüber muss nun laut Müller in einer Eigentümerversammlung am 14. Juli entschieden werden.

Das Interesse von ECE kommt für den Wirtschaftsreferenten übrigens nicht überraschend. „Seit Jahren“ stünden die Hamburger mit der Stadt in Kontakt und hätten dabei stets ihr Interesse am Standort Fürth bekundet. Dass die Immobilie City-Center nun stärker in den Fokus der Firma gerückt ist, erklärt Projektmanager Hintze mit einem wesentlichen Fortschritt. Inzwischen sei geschafft worden, was man auch in seinem Haus „für sehr unwahrscheinlich“ hielt: dass alle 351 Eigentümer dem Verkauf des Centers zustimmen.
  

WOLFGANG HÄNDEL

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