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Nach einer Betriebsversammlung am vergangenen Freitag wurden die Kunden per Aushang über die aktuelle Planung informiert. Bürgermeister Thomas Zwingel, der bislang nur von der vertraglich vereinbarten Betreiberpflicht bis 31. Oktober weiß, sieht für das 20 Jahre alte Einkaufszentrum auf dem Gelände der ehemaligen Zimmermannschen Metallwarenfabrik dennoch nicht schwarz.
Der SPD-Mann stützt sich dabei auf die Versicherung von Bernard Widerker, Geschäftsführer der Stuttgarter Widerker-Holding als Immobilien-Eigentümer, dass die Interessenten für eine Nachfolgenutzung Schlange stehen. Auf Nachfrage der FN versprach Widerker gestern, „sehr bald schon“ den neuen Nutzer zu präsentieren. Noch sei man mit der Auswahl beschäftigt.
Weniger optimistisch im Hinblick auf die Weiterbeschäftigungschancen gerade der vielen älteren Marktkauf-Mitarbeiter in Zirndorf ist Betriebsrat Siegfried Tellmann. Der von der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di nach Fürther Vorbild mit der zum Edeka-Konzern gehörenden Marktkauf-Mutter Bayerische Warenhandelsgesellschaft der Verbraucher ausgehandelte Sozialplan sei nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Abfindungen ersetzten keinen Arbeitsplatz.
„Viele Kollegen wollen es noch nicht wahrhaben, dass der Schluss naht“, beschreibt Tellmann die Stimmung im Betrieb und klagt darüber, dass die Belegschaft im Unklaren über die Standortentwicklung gelassen wird. Die Vermittlung in andere Marktkauf-Filialen sei schwierig, da es sich um eigenständige Gesellschaften handle. Außerdem blute die Kette ohnehin schon. Ende März werde der Marktkauf in Roth geschlossen.
Mitarbeiter der Arbeitsagentur haben in der Betriebsversammlung bereits Formulare zum Anmelden der Arbeitslosigkeit verteilt. Zufrieden mit dem Ergebnis der Verhandlungen über den Interessensausgleich und Sozialplan am 19. Januar ist ver.di-Sekretär Manfred Wages: „Wir haben alles herausgeholt, was ging.“ Insbesondere seien soziale Komponenten bei der Höhe der Abfindungen berücksichtigt worden und auch ihr Gesamtvolumen könne sich sehen lassen.
„Der Arbeitskampf mit Unterschriftensammlung hat sich gelohnt“, sagt Wages, für den der um einen Monat vorgezogene Zapfenstreich „kein Beinbruch“ ist. Allenfalls Widerker komme dadurch in Bedrängnis. Für die Beschäftigten will der Gewerkschaftssekretär absolut nicht schwarz sehen. Es gebe im Handel schließlich noch genug offene Stellen, nimmt er den Chef der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, beim Wort. Zunächst einmal flattern den Beschäftigten jedoch Kündigungen ins Haus.



