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Mirko Reichel: "Warum sollte ich woanders hin?"

Fürths Co-Trainer verlängert seinen Vertrag und freut sich auf das Abenteuer Bundesliga - 14.06.2012 13:14 Uhr

FÜRTH  - Kaum zurück aus dem Urlaub, hat Mirko Reichel Nägel mit Köpfen gemacht. Der gebürtige Erzgebirgler, langjähriger Spieler und Kapitän des Kleeblatts hat seinen Vertrag als Co-Trainer der SpVgg Greuther Fürth verlängert. Der 41-Jährige wird ein weiteres Jahr zusammen mit Mike Büskens am Spielfeldrand für die sportliche Entwicklung der Kleeblatt-Profis verantwortlich sein.

"Zwischen Mike und mich passt kein Blatt Papier": Mirko Reichel (Mitte) bleibt an der Seite von Chef-Trainer Mike Büskens (links).
"Zwischen Mike und mich passt kein Blatt Papier": Mirko Reichel (Mitte) bleibt an der Seite von Chef-Trainer Mike Büskens (links).
Foto: Zink
"Zwischen Mike und mich passt kein Blatt Papier": Mirko Reichel (Mitte) bleibt an der Seite von Chef-Trainer Mike Büskens (links).
"Zwischen Mike und mich passt kein Blatt Papier": Mirko Reichel (Mitte) bleibt an der Seite von Chef-Trainer Mike Büskens (links).
Foto: Zink

Herr Reichel, war die Vertragsverlängerung war nur Formsache?

Reichel: Ja, ich denke, das war sie. Es geht in eine für uns neue Liga, und da ist es sicherlich normal, dass man sich zusammensetzt und erst einmal Erfahrungen und Erwartungen austauscht. Aber es stand nie in Frage, dass ich beim Kleeblatt weitermache. Wir haben hier im Team hervorragend gearbeitet, das wollen wir fortsetzen.

Mit Rachid Azzouzi hat ein langjähriger Weggefährte dieses Team verlassen. Waren Sie überrascht?

Reichel: Einerseits schon, immerhin haben wir diesen großartigen Erfolg geschafft, diesen Aufstieg, auf den wir alle, nicht zuletzt Rachid und auch ich, so lange hingearbeitet haben. Aber andererseits muss man die Entscheidung akzeptieren. Er wollte eben den nächsten Schritt in seiner Entwicklung machen. Und St.Pauli ist ja auch ein toller Verein.

Könnte ein solcher Entwicklungsschritt auch für Sie einmal in Frage kommen?

Reichel: Wir haben uns einen Traum erfüllt und eine Sache zu Ende gebracht. Aber das bringt mit sich, dass die nächste Aufgabe beginnt. Ich bin hier mit Herzblut seit 1998 dabei – warum soll ich jetzt, wo wir in der Bundesliga dabei sind, woanders hingehen? Ich sehe keinen Grund dafür, noch dazu, wo ich mit Mike Büskens ein wirklich sehr gutes Verhältnis habe. Ich habe es schon einige Male gesagt, zwischen Mike und mich passt kein Blatt Papier, wir arbeiten vertrauensvoll und eng zusammen. Und wir haben nun gemeinsam eine wunderbare, aber auch sehr schwere Aufgabe zu lösen.

Wie wird sich die Arbeit der Trainer in der Ersten Liga ändern?

Reichel: Prinzipiell werden wir an unserem Umgang mit dem Team nichts ändern. Die Strategie, mit der wir spielen wollen, wird sich nicht grundlegend unterscheiden, wir wollen agieren. Klar ist aber, dass wir in der Bundesliga nicht mehr so dominant sein werden, die Gegner haben eine andere Qualität und kommen nicht nur mit dem Ziel nach Fürth, nicht so hoch zu verlieren. In der Zweiten Liga haben wir uns auf unsere Stärken konzentriert – nun werden wir mehr die Stärken der Gegner analysieren müssen.

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"Never change a winning team": Das erfolgsverwöhnte Kleeblatt will sich diese Fußball-Weisheit zu Herzen nehmen und in seiner ersten Saison in der Bundesliga auf die Mannschaft setzen, die in der vergangenen Saison das Fußball-Unterhaus verzückte. Ganz ohne Veränderungen im Kader geht es aber natürlich nicht. Mit uns behalten Sie den Überblick.

Apropos auf Stärken achten: Die EM-Vorrunde ist zwar noch nicht alt, aber man konnte doch bereits einige Eindrücke sammeln...

Reichel: Toll ist das, was die Russen spielen. Sie stehen sehr hoch, spielen bei Ballbesitz sofort nach vorne. Alle sind technisch hervorragend. Das hat mir gefallen. Ich glaube sowieso, das diese EM von den offensiv orientierten Teams beherrscht wird. Von der taktischen Seite her war das Spiel Italien gegen Spanien top. Die Italiener hatten eine Dreierkette in der Abwehr und dadurch einen Mann mehr im Mittelfeld, um die Schaltzentrale der Spanier zu stören. Das ist ihnen über weite Strecken gelungen, das war eine taktische Meisterleistung.

Was trauen Sie der deutschen Mannschaft zu?

Reichel: Das Problem für Jogi Löw war die kurze Vorbereitungszeit, die Bayern-Spieler waren ja erst in der letzten Woche richtig dabei. Da kann man nicht von Beginn an voll eingespielt sein. Aber gegen Portugal war das schon ganz ordentlich, die Mannschaft wird sich im Turnierverlauf deutlich steigern.

Ihr Favorit?

Reichel: Da warten wir mal die Vorrunde ab, noch ist es zu früh, um alle Teams abschließend beurteilen zu können.

Zum Abschluss noch mal zurück zum Fürther Kleeblatt. Wann geht es los, welche Schwerpunkte werden gesetzt?

Reichel: Wir starten mit dem Mannschaftstraining in weniger als zwei Wochen am 25. Juni, zuvor sind einige Tage mit medizinischen Tests und Leistungsdiagnosen angesetzt. Wir werden von Beginn an viele Spielformen dabei haben. Wir bereiten uns ja nicht auf die Leichtathletik-WM vor, sondern auf die Fußball-Bundesliga.  

Interview: JÜRGEN SCHMIDT


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Gründungsdatum:
23.09.1903
Mitgliederzahl:
2550


Kurzbeschreibung:
Die Spielvereinigung Greuther Fürth feierte als Fußballverein ihre größten Erfolge in der Vereinsgeschichte mit drei deutschen Meistertiteln in den Jahren 1914, 1926 und 1929 als SpVgg Fürth. Nach dem 2. Weltkrieg konnte die Spielvereinigung jedoch nie wieder an die großen Erfolge anknüpfen und sich folglich auch nicht für die 1963 gegründete Bundesliga qualifizieren.
Mit dem Sturz bis in die Landesliga versank der Traditionsverein in den 80er Jahren endgültig in der Bedeutungslosigkeit. Aufwärts ging es erst wieder 1994, als die Qualifikation für die neu gegründete Regionalliga gelang. Zwei Jahre später trat die Fußballabteilung des TSV Vestenbergsgreuth der SpVgg bei. Seitdem gehören die Geldsorgen der Vergangengeit an, der traditionsreiche Name SpVgg Fürth wurde durch den Zusatz Greuther ergänzt.
Seit 1997 spielte die Spielvereinigung ununterbrochen in der 2. Bundesliga, bis im Mai 2012 endlich der ersehnte Aufstieg in die Bundesliga gelang. Dort allerdings blieb der Erfolg aus, so dass Fürth in der Saison 2013/2014 wieder im Unterhaus antreten muss. Seine Heimspiele trägt der Verein, der im Volksmund "Kleeblatt" genannt wird, dann wie gewoht im altehrwürdigen Ronhof aus. Ein geplanter Stadionneubau am Rhein-Main-Donaukanal hat sich Ende 2012 zerschlagen.


Deutscher Meister: 1914, 1926, 1929


Der Kleeblatt-Kader in der Saison 2012/13
Galerie Kader SpVgg Greuther Fuerth 2012/13