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Freitag, 21.09.2018

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Mit Hochdruck Richtung Einkaufszentrum

Rudolf-Breitscheid-Straße: Die Stadt drückt aufs Tempo — Auslese bis Ende Februar - 26.01.2011 12:00 Uhr

Die Belebung rückt näher: Wo heute noch das verlassene Park-Hotel, das ehemalige Fiedler-Modehaus und das Wölfel-Areal ein tristes Dasein fristen, sollen in den nächsten Jahren etliche neue Geschäfte entstehen. © Hans-J. Winckler


Bis dahin müssen der zuständige Wirtschaftsreferent Horst Müller und seine Mitarbeiter dicke Bretter bohren — oder besser gesagt: die jeweils fingerdicken Unterlagen sichten, mit denen inzwischen über 60 Unternehmen auf Inserate der Kommune in großen Zeitungen reagiert haben. Bewerbungsschluss ist Ende Januar.

Ein Punktesystem soll die Einordnung in eine Rangfolge erleichtern. So bekomme eine branchenbekannte Firma, die schon mehrere Einkaufszentren in Innenstadtlagen geschaffen hat, mehr Bonus als andere, weniger erfahrene Konkurrenten. Im Umkehrschluss bedeutet das: „Wenn einer null Referenzen hat, wäre ich mal sehr vorsichtig“, so Müller.

Ans Eingemachte will man mit den besten Fünf in mehreren Dialogrunden während der Monate März, April und Mai gehen. Über bereits feststehende Eckpfeiler des Projekts hinaus – wie die Unantastbarkeit der Breitscheidstraße, die größtmögliche Schonung denkmalgeschützter Bausubstanz und die Begrenzung der Verkaufsfläche auf 15000 Quadratmeter – sollen dann entscheidende Details geklärt werden: Welches Sortiment kann der Interessent gewährleisten, wie viele Parkplätze sind an welcher Stelle nötig, welche baulichen Besonderheiten sind vorgesehen? — um nur einige zu nennen.

An den Sitzungen will Müller auch kritische Geister, wie Vertreter der Bürgerinitiative „Bessere Mitte“ und den Stadtheimatpfleger, beteiligen, die sich vor zwei Jahren als Gegner des von Sonae Sierra forcierten Projekts „Neue Mitte“ positioniert hatten. Im Juni sollen die Aspiranten ihre konkreten Angebote einreichen, am 27. Juli schließlich hat der Stadtrat das letzte Wort: In ihrer Sitzung vor der Sommerpause werden sich die Lokalpolitiker auf eines der Unternehmen festlegen müssen.

Das Wirtschaftsreferat habe in den kommenden Monaten „eine Herkulesaufgabe zu stemmen“, befindet Oberbürgermeister Thomas Jung. Bei der zunächst bevorstehenden Eingrenzung auf ein Quintett bleibt Horst Müller immerhin ein Trost: Etliche der überraschend zahlreichen Bewerber für ein Engagement in Fürths City könne man leicht aussortieren, weil es sich um gänzlich unbeschriebene Blätter handelt. Andere empfindet der Referent als nicht gerade naheliegende Option. So habe zu seiner Überraschung beispielsweise auch die Berlin-Brandenburger Flughafengesellschaft ihren Hut in den Ring geworfen.

  

Wolfgang Händel

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