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Donnerstag, 20.09.2018

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Möbel Krügel: Betonklötze fallen sanft

Stein: Abrissfirma verspricht Nachbarn eine gläserne Baustelle - 17.04.2018 21:00 Uhr

Seine Tage sind gezählt: Das Krügel-Areal soll bis April 2019 verschwinden. © Hans-Joachim Winckler


Der Auftakt war schon einmal alles andere als vielversprechend: Wie berichtet, fielen bei den Vorarbeiten einige Bäume der Säge zum Opfer, was so nicht geplant gewesen sei. Dies versichert jedenfalls Stefanie Krügel: "Da war ein übermotivierter Baumfäller am Werk, das war nicht abgesprochen." Wenn in den kommenden Monaten – geplant ist bis April 2019 – das ehemalige Möbelhaus verschwindet, soll es besser laufen.

Besser vor allem auch im Vergleich zu den Abrissarbeiten im Zuge des Forum-Baus. Damals sei die Staub- und Lärmentwicklung manchmal mehr als grenzwertig gewesen, berichtete einer der Anwohner. "Nicht mehr Staub als beim natürlichen Blütenstaub", versprach nun Gerhard Niedermeier, der verantwortliche Bauleiter der Firma Reithelshöfer.

Im Gegensatz zu den damaligen Abbrucharbeiten sei für genügend Wasser gegen die Staubentwicklung gesorgt. Seinerzeit habe ein Arbeiter "mit einem Gartenschlauch" versucht, den berstenden Beton zu binden, wurde moniert. Reithelshöfer werde da andere Kaliber auffahren, so Niedermeier: "Wir verwenden C-Schläuche wie die Feuerwehr und Spritzen ähnlich denen von Schneekanonen."

Auf die bestehenden Grün- und Baumflächen angesprochen – "vor unserem Haus steht eine hundertjährige, gesunde Eiche; das ist unsere grüne Lunge", so eine Anwohnerin –, positionierte sich der Bauleiter eindeutig. "Die wird auch nach dem Abbruch noch gesund sein", sagte Niedermeier. Überdies garantierte er den Anwohnern, jederzeit erreichbar zu sein und um die einzelnen Bauschritte kein Geheimnis zu machen. Die entsprechenden Terminpläne könnten vor Ort eingesehen werden.

Der Polier ist angehalten, gegenüber der Nachbarschaft als verlässlicher Ansprechpartner aufzutreten. Natürlich werden sich Erschütterungen nicht gänzlich vermeiden lassen, wenn nach der vergleichsweise ruhigen Entkernung in ein paar Monaten ein 60-Tonnen-Bagger anrücken wird.

Aber: "Wir wollen das wegreißen, ohne dass Sie viel davon mitbekommen", betonte Gerhard Niedermeier. Und Stefanie Krügel verwies auf die jahrzehntelange Erfahrung der Firma aus Roth und nannte aktuelle Referenzobjekte wie den Abriss des Postgebäudes oder der AOK-Verwaltung am Nürnberger Altstadtring.

Grundsätzlich verlief das Treffen, zu dem gut 20 Nachbarn der Großbaustelle gekommen waren, sachlich und fast harmonisch. Kontroversen gab es lediglich in Bezug aufs Parkkonzept für die geplanten Wohnanlagen. Dies steht allerdings nicht in Zusammenhang mit dem Abriss, und die Planungen, hieß es, befänden sich noch in einer frühen Phase. Durch die Bank begrüßten die Anwesenden die Vorgehensweise von Stefanie Krügel. "Gut, dass Sie dieses Treffen organisiert haben. Da fühlt man sich als Nachbar auch wahrgenommen", bedankte sich ein Anwohner. Beim Bau des Forums sei dies leider anders gewesen. Bauleitung und Objektbetreuung haben nun zwölf Monate Zeit, um diesen guten ersten Eindruck zu bestätigen. 

Armin Leberzammer

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