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Nach Hacks Abgang: SpVgg-Fans wollen "Greuther" loswerden

Großteil der Anhänger fremdelt mit dem Wortkonstrukt des Fusionsvereins - 08.08.2018 19:15 Uhr

Auch schon beim Saisonauftakt gegen Sandhausen im Ronhof machten die Kleeblatt-Fans ihre Haltung klar. © Zink/DaMa


Die Forderung ist genauso alt wie die Gründung: Als am 4. Juli 1995 die Präsidenten Helmut Hack (TSV Vestenbergsgreuth) und Edgar Burkart (SpVgg Fürth) die Fusion bekanntgaben, moserten die Traditionalisten. Die beiden Vereinen wurden zur SpVgg Greuther Fürth, ein Wortkonstrukt, das sich in der Umgangssprache nie durchgesetzt hat.

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Ganz in Weiß: So marschierten die Kleeblatt-Fans zum ersten Heimsieg

Drei Punkte tun immer gut, vor allem, wenn sie vor eigenem Publikum eingefahren werden. Die SpVgg Greuther Fürth gewann am Samstag ihren Zweitliga-Auftakt mit 3:1 gegen den SV Sandhausen, für eine ganz besondere Atmosphäre sorgten die Anhänger der SpVgg, die ganz in Weiß gekleidet gemeinsam ins Stadion liefen - und dabei auch die Stadt in grünen Rauch hüllten.


Nun heißt es in der organisierten Fanszene der SpVgg: "Die Zeit ist reif." Mit diesem Satz beginnt ein flammender Appell auf der Internetseite der Fürther Ultra-Gruppen, dass sich der Verein endlich von dem Namenszusatz "Greuther" trennen solle, nachdem Hack weg ist. Man habe es satt, außerhalb Fürths immer wieder als "die Greuther" bezeichnet zu werden, der Verein heiße seit eh und je SpVgg Fürth.

Dass die städtischen Kleeblatt-Fanclubs großteils derselben Meinung sind, ist kein Geheimnis. Doch wie denkt man außerhalb Fürths über dieses Thema? Ein Anruf bei Angela Laake im 60 Kilometer entfernten Colmberg zeigt: Dort, im Landkreis Ansbach, "würde man das auch begrüßen". Laake ist Vizevorsitzende des 50 Mitglieder starken Fanclubs "Franken Power Colmberg".

"Rückschritt in alte Zeiten"

Dabei ist ihr wichtig, "dass die Diskussion nicht mit dem Weggang von Hack begonnen hat", die gebe es schon länger. Und ja, "die Fusion war die Rettung, aber die Verbindung ist doch mittlerweile weg. Die Vestenbergsgreuther haben ihren eigenen Verein". Daher nerve es, in ihrem Landkreis immer wieder als "Greuther" bezeichnet zu werden, obwohl sie sich als Fürther sähen.

Näher dran an Vestenbergsgreuth ist Höchstadt. Dort hält Roland König die Fahne mit dem Holzschuh und dem Kleeblatt hoch – auch wenn das Wappen auf den Trikots ja seit geraumer Zeit wieder ein Kleeblatt ist. Er sagt: "Wir sehen uns als Greuther Teil der Fans." Seit 1975 hat der heute 61-jährige Vorsitzende von "Weiß-Grün Höchstadt" die Spiele des TSV Vestenbergsgreuth verfolgt – seit der Fusion drückt er eben dem Fusionsverein die Daumen.

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Zum Saisonstart in Fürth: Der Ronhof in neuem Gewand

Der Sportpark Ronhof hat sich zum Start in die Saison der 2. Fußball-Bundesliga 2018/19 ganz schön verändert. Der zweite Bauabschnitt der Haupttribüne ist fertig, es gibt einen, mehr Kioske und Toiletten und bald auch einen Fanshop. Wir haben den neuen Ronhof kurz vor Saisonstart fotografiert.


Aus dieser Historie heraus wurme ihn die Forderung, die er überwiegend "unter jungen Fans" verortet. Er findet: "Wer den Zusatz Greuther entfernt, schiebt die erfolgreiche Zeit der vergangenen Jahre beiseite, man klaut den Erfolg der Greuther Fürther." Diese Meinung vertrete er auch bei den Fanclub-Treffen, was nicht jedem passe. "Ich weiß, dass ich nur ein kleiner Teil der Fans bin."

55 Mitglieder haben die Höchstädter. "Wenn sich jemand erinnern kann, wie der Ronhof 1995 ausgeschaut hat, der soll jetzt ins Stadion gehen und das vergleichen", appelliert er. Eine Rückkehr zum Namen SpVgg Fürth "wäre ein Rückschritt in alte Zeiten". König erzählt aber auch, dass es in Vestenbergsgreuth selbst "keinen Kleeblatt-Fanclub" mehr gebe. Die Fußballfans dort widmeten sich wieder ihrem Stammverein, dem TSV.

Höfler: Es gibt "Wichtigeres als das"

Wie auch immer: Die Abkehr vom "Greuther" wäre nicht einfach, das zeigt ein Blick in die Vereinssatzung. Bei der Mitgliederversammlung braucht es eine Mehrheit von neun Zehntel, um einen Antrag zur Namensänderung zu stellen. Der TSV Vestenbergsgreuth hat aber als juristische Person 20 Prozent am Stimmenanteil, kann das also torpedieren. Zudem erklärte Hacks Nachfolger als Präsident, Fred Höfler, dass er keine Änderung anstrebe. Es gebe "Wichtigeres als das". 

Martin Schano

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