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Neonazi muss hinter Gitter

Landgericht: Ein Jahr und ein Monat Haft für Rechtsradikalen - 26.06.2012 19:00 Uhr

Das Justizgebäude in Nürnberg. © Eduard Weigert


Der 25-Jährige gilt als eines der führenden Mitglieder in Fürths brauner Szene. Seinem Treiben beim rechtsradikalen „Freien Netz Süd“ ist mit dem Richterspruch vorerst ein Ende gesetzt worden. Ein Jahr und ein Monat Gefängnis lautet das Urteil — aber nicht wegen gefährlicher Körperverletzung, wie die Staatsanwaltschaft ursprünglich forderte, sondern wegen „funktioneller Tatherrschaft“. Das heißt, er war nach Ansicht des Gerichts wesentlicher Akteur einer gemeinschaftlich begangenen Tat.

Hintergrund: Eine Gruppe Neonazis verfolgte in einer Nacht im März 2010 Mitglieder der Antifaschistischen Linken Fürth (ALF), die nach einem Streit mit den Rechten geflüchtet waren. Auch der Angeklagte war unter den Verfolgern. Die Rechtsradikalen erwischten einen der Linken und prügelten auf den 19-Jährigen ein. „Zehn bis zwanzig Tritte“, gab das Opfer später zu Protokoll.

Wie berichtet, landete der Fall zunächst vor dem Amtsgericht Fürth. Die drei Angeklagten gingen in Berufung, zwei von ihnen zogen den Einspruch allerdings zurück und akzeptierten ihre Strafen — einer erhielt zwei Wochen Jugendarrest, der andere neun Monate Haft auf Bewährung. Blieb nur noch der 25-Jährige.

Er sollte ein Jahr und sieben Monate ins Gefängnis und zog die Berufung nicht zurück; sein Fall landete beim Landgericht Nürnberg-Fürth. Laut Anklage ist der Mann kein unbeschriebenes Blatt: Unter anderem musste er sich bereits wegen gefährlicher Körperverletzung, Beleidigung und Nötigung verantworten.

Sein Anwalt forderte einen Freispruch. Es sei nicht möglich, seinem Mandanten die Tat anhand der Aussagen nachzuweisen, argumentierte er. Tatsächlich konnten die Zeugen nicht bestätigen, dass der Angeklagte wirklich zugeschlagen hatte. Am Urteil änderte das jedoch nichts.

  

Alexander Brock

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