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Neuanfang in der Pfisterschule

101 Privatschüler des Nürnberger Jenaplan-Gymnasiums lernen jetzt in Fürth - 07.12.2010 16:00 Uhr

Die unruhigen Tage sollen nun vorbei sein: Am Wochenende haben 70 Eltern zugepackt und den Umzug des Gymnasiums über die Bühne gebracht. © Hans-Joachim Winckler


Am Donnerstag waren die freien Räume im ersten Stock der Pfisterschule in Augenschein genommen worden. Dann ging alles ganz schnell. Noch am selben Tag fuhr Bürgermeister Markus Braun mit Bernd Beisse, Vorstandsmitglied der gemeinnützigen Genossenschaft, die als Träger des privaten Jenaplan-Gymnasiums fungiert, die Depots der Fürther Schulen ab; auf der Suche nach Tischen und Stühlen, die keine der städtischen Einrichtungen benötigt.

Vier Klassenzimmer, in denen die 101 Schüler jahrgangs- und fächerübergreifenden Unterricht bekommen, galt es zu bestücken. Rund 70 Eltern erledigten am Samstag den Rest. 13 Mal fuhren sie mit zwei Siebeneinhalbtonnern zwischen dem neuen Quartier in der Pfisterstraße und dem alten im ehemaligen Quelle-Versandhaus an der Fürther Straße hin und her, packten Unterrichtmaterialien in Kisten, schleppten Computer und Torwände und putzten die Klassenzimmer. „Die Eltern haben Unfassbares geleistet“, sagt Beisse. Nicht minder beeindruckt war er von der raschen Hilfe der Stadt Fürth: „Mir wurden alle Türen aufgemacht.“

Nötig war der Umzug geworden, nachdem einige Schüler und Lehrer, wie berichtet, über Müdigkeit und Kopfschmerzen geklagt hatten und nun die Raumluft in dem QuelleGebäude untersucht wird. Vorerst hat man die Räume in Fürth bis zum Ende des Schuljahres gemietet.

Gerne würde Bürgermeister Braun den neuen Mieter aber auch danach in der Stadt halten: Die Schule, die auch rund 30 Kinder aus Fürth Stadt und Landkreis und etliche aus Erlangen und Forchheim besuchen, sei eine Bereicherung für die Stadt, das reformpädagogische Konzept nennt Braun „sehr reizvoll“.

Im Jenaplan-Gymnasium erwartet die Schüler derselbe prall gefüllte Lehrplan wie am G8, wenn sie das Abitur schaffen wollen — allerdings sollen die Kinder das Lernen nicht als lästige Pflicht empfinden, sondern neugierig auf den Stoff gemacht werden. Projektarbeit wird dem Frontalunterricht vorgezogen, ältere und jüngere Kinder werden gemeinsam in Gruppen mit rund 25 Schülern von je zwei Lehrkräften unterrichtet, Noten gibt es keine. Ein Schulplatz kostet die Eltern 325 Euro im Monat. Die Abschlussprüfungen müssen an einer staatlichen Schule abgelegt werden.

Ob die Privatschule langfristig in Fürth bleibt, ist laut Beisse noch völlig offen. Man wolle erst einmal abwarten, wie man sich in der Pfisterstraße einlebe.



  

Claudia Ziob

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