|
Anmeldung
Diese Funktion steht nur registrierten Usern zur Verfügung.
Loggen Sie sich bitte hier ein oder registrieren Sie sich kostenlos! |
![]() |
Passwort vergessen
Wenn Sie Ihr Passwort vergessen haben können Sie hier ein neues Passwort anfordern. Geben Sie bitte hierzu Ihre E-Mail-Adresse ein!
|
Großhabersdorfer, Ammerndorfer, aber auch die Menschen im Nachbarlandkreis Ansbach in Richtung Dietenhofen müssen nicht selten längere Wartezeiten nach dem Notruf in Kauf nehmen. Die vorgeschriebenen zwölf Minuten zwischen der Abfahrt eines Rettungswagens und der Ankunft beim Patienten, die für ganz Bayern gelten, werden immer wieder überschritten.
Dies war ein Anlass für die Ortsgruppe des Bayerischen Roten Kreuz in Großhabersdorf (BRK), das Team „Helfer vor Ort“ zu gründen. Menschen, die sich zum Rettungssanitäter qualifiziert haben, springen in den Fällen ehrenamtlich ein, wenn Profis und Notarzt eine längere Zeitspanne bis zum Einsatz brauchen.
60 Mal waren die Großhabersdorfer allein im letzten Quartal 2011 als Helfer vor Ort unterwegs. Sie leisteten Hilfe bei Unfällen, kamen zu Patienten mit Herzinfarkt oder Schlaganfall. Situationen also, in denen es auf Sekunden ankommt. Nicht nur in ihrem Heimatort waren sie aktiv, sondern auch in Ammerndorf, Dietenhofen oder kleineren Ortschaften im Landkreis Ansbach.
Dietmar Voigt, BRK-Bereitschaftsleiter, weiß aus eigener Erfahrung, wie wichtig diese Einsätze sind. Als er selbst schwer erkrankte, war seine Stellvertreterin Sonja Scheumann sein Helferin und versorgte ihn, bevor ihn der Rettungswagen in die Klinik brachte. 15 Engagierte, sagt Sonja Scheuman, halten eine 24-Stunden-Bereitschaft aufrecht. Ein Kraftakt, der lebensrettend sein kann.
Voigt ist überzeugt, dass die hohen Einsatzzahlen des Großhabersdorfer BRK dazu beitrugen, dass der weiße Fleck auf der „Notfall-Landkarte“ des Landkreises nun getilgt werden soll. Bislang existieren im Landkreis nämlich nur zwei professionelle Rettungswachen, eine in Zirndorf und eine in Langenzenn.
Die Entscheidung, wo neue Rettungswachen eingerichtet werden, trifft der Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Nürnberg (ZRFN). Seine Basis ist ein Gutachten des Instituts für Notfallmedizin in München. Wie der Geschäftsführer des ZRFN, Knut Engelbrecht, erläutert, liegt der Bericht aus München seit 2010 vor. Er empfiehlt explizit Ammerndorf als Standort. „In ganz Bayern werden permanent alle Hilfseinsätze ausgewertet“, weiß Engelbrecht. Weitere Daten, die in die Gutachten, die etwa alle zehn Jahre erstellt werden, einfließen, sind die Entfernungen zur nächsten Rettungswache oder die gute Erreichbarkeit umliegender Orte.
In dem jüngsten Gutachten wurde die Rettungsdienst-Situation auch für die Stadt Stein berechnet. Dort wurde eine Wache allerdings nicht für nötig befunden.
Kommt das Gutachten, wie im Fall Ammerndorf, zu dem Schluss, dass eine Rettungswache gebraucht wird, erst dann sind die Kostenträger Krankenkassen und gesetzliche Unfallversicherung auch bereit, für die Einsätze zu zahlen.
Diese Voraussetzungen sind in Ammerndorf gegeben. Doch die Realisierung kann noch dauern. Der ZRFN ist nämlich noch bei den Vorarbeiten, wozu eine europaweiten Ausschreibung für die Trägerschaft gehört. Prinzipiell können sich alle Hilfsorganisationen bewerben — vom Arbeiter Samariter Bund über das BRK, Johanniter oder Malteser bis zu privaten Diensten.
In der künftigen Wache muss nicht nur der Einsatzwagen Platz finden, es braucht einen Desinfektionsraum für die Gerätschaften und Sozial- und Schlafräume, denn die Wache ist rund um die Uhr besetzt. Laut Engelbrecht wird die Ammerndorfer Wache ganz ähnlich ausgestattet sein, wie die an der Fürther Fronmüllerstraße. Über die Details entscheidet der künftige Träger.
Die Marktgemeinde Ammerndorf kann deshalb vorerst nur abwarten. Bürgermeister Franz Schmuck ist sich aber sicher, dass es ein Grundstück für einen Neubau oder eine passende Immobilie in Ammerndorf gibt. Doch handeln kann die Kommune erst, wenn sie genau weiß, welche Ansprüche der künftige Träger hat. Wegen der aufwendigen Ausschreibung und des eventuellen Neubaus wird die Rettungswache frühestens Ende 2013 in Ammerndorf stationiert sein.
Eine zweite Verbesserung in Notfällen geht mit der Ankündigung der Ammerndorfer Rettungswache rein zufällig einher: Der neue Notarzt-Standort in Langenzenn (wir berichteten). Von dort aus sollen Stadt Langenzenn, Wilhermsdorf und „Grenzgemeinden“ im Landkreis Neustadt-Aisch versorgt werden. Hierzu war ebenfalls ein Gutachten nötig, erläutert Engelbrecht, die Zeitgleichheit sei allerdings reiner Zufall.



