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Neue Vinyl-Single der Pub-Rock-Band „The Très Biens“

Präsentation am Samstag im kunstkeller o27 - 07.04.2015 11:00 Uhr

Die sehr Guten aus Fürth: The Très Biens stellen ihr Werk „Modern Low“ am Samstag im kunstkeller o 27 vor. © Foto: PR


Freunde der Analogtechnik kennen das: Du holst die neue Scheibe aus der Hülle, legst sie auf den Teller des Plattenspielers. Die Nadel senkt sich. Vom leisen Plopp bis zum ersten Ton: Spannung. Wie wird es klingen? Diesen von der CD oder vom schnöden Daten-Streaming ausradierten Moment geben uns „The Très Biens“ zurück.

Die Pub-Rock-Truppe hat eine Vinyl-Single produziert und bei TUG Records veröffentlicht: „Modern Low“ mit vier Titeln, drei selbst geschrieben, dreht sich auf dem Teller und sorgt für gute Laune beim Anhänger handgemachter Rockmusik. Am kommenden Samstag stellen die Fürther Indie-Urgesteine Mäkkelä (Gitarre, Gesang), Oli Engelhardt (Gitarre, Gesang), Tom Ebert (Bass, Gesang) und Ralf Irmler (Drums) ihre neue Scheibe im kunstkeller o 27 (Ottostraße 27, 20.30 Uhr) vor.

Seit 2007 berufen sich die Très Biens auf eine kurze Episode englischer Rockgeschichte. Anfang der Siebziger setzten einige Musiker der aufkommenden Gigantomanie von Bands wie Genesis, Pink Floyd oder Yes mit einfacher, ehrlicher Musik einen Kontrapunkt. Pub-Rock war harter, schneller Rock’n’Roll und Boogie ohne Schnörkel. Bands wie „Cleaners from Venus“, von deren Mastermind Mike Newell auch das einzige Cover „All The Lights In This House“ der neuen Très-Biens-Single stammt, waren meist nur lokal erfolgreich. Wenige, wie Elvis Costello oder Dr. Feelgood, schafften es ins Rock-Lexikon, der Rest wurde weggespült vom aufkommenden Punk und der Frühphase des englischen Heavy Metal. Dass Dr.-Feelgood-Gitarrist Wilko Johnson zusammen mit dem ewig jungen Who-Sänger Roger Daltrey im vergangenen Jahr ein neues Album veröffentlichte, das schnurgerade auf Platz drei der englischen Charts marschierte, zeigt, dass die Sehnsucht nach bodenständigem Rock heutzutage, in Zeiten des paralysierenden Dudelradios, offenbar zurück ist.

Und so freut man sich beim Anhören des Très-Biens-Werkes gleich beim ersten Song „Factory Boy/Factory Girl“ aus der Feder von Mäkkelä über griffige Melodien und einen Chorus, der daran erinnert, dass auch Joe Strummer von The Clash fleißig die alten Pub-Rock-Heroen hörte. Oli Engelhardts „Modern Low“ kommt rifflastig und rau. Die B-Seite, die bestimmt nicht wegen der Qualität der Songs so heißt, eröffnet mit „You Can’t Win“ eine groovige Bandkollaboration, während vor der Auslaufrille noch Mike Newells „All The Lights In This House“ in einer kurzen und bündigen Fassung zu hören ist.  

Jürgen Schmidt

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